29.Januar 2016
Pernod Ricard holt sich Edel-Gin-Marke "Monkey 47"
 

Pernod Ricard Deutschland hat die Mehrheit an der Dry-Gin-Marke Monkey 47 übernommen. Gestern wurde der Vertrag zwischen dem Spirituosen- und Weinkonzern und Black Forest Distillers in Berlin unterzeichnet. Der Abschluss muss noch von den zuständigen Wettbewerbsbehörden geprüft werden. Die Franzosen haben die Schwarzwälder Gin-Manufaktur schon länger im Blick.

David Haworth, Vorsitzender Geschäftsführer der Pernod Ricard Deutschland, Alexander Stein, Geschäftsführer der Black Forest Distillers und Alexandre Ricard, CEO der Gruppe Pernod Ricard (v.l.n.r.) (Foto: Pernod Ricard)

Über die Höhe des verkauften Anteils und den Kaufpreis haben die beiden Unternehmen Stillschweigen vereinbart. Pernod Ricard hat die Entwicklung der Marke nach eigenen Angaben seit 2011 verfolgt und ist sich nun mit Stein einig geworden. Sowohl personelle als auch strategische Veränderungen sind nicht geplant: "Black Forest Distillers bleibt als selbstständiges Unternehmen, mit mir als Unternehmer, Gesellschafter und Geschäftsführer bestehen", so Axel Stein gegenüber der RUNDSCHAU.

Schnell wachsende Kategorie

Als Grund für den Anteilsverkauf nennt er die "stetig wachsenden Anforderungen" aufgrund der zunehmenden weltweiten Verbreitung. "Wir haben einen Partner gesucht, der unsere Selbstständigkeit respektiert, lebt und als wesentlich erachtet", so Stein weiter. 

Mit der Beteiligung erweitert Pernod Ricard sein Portfolio in der schnell wachsenden Kategorie Premium Gin. „Gin ist eine der beliebtesten Spirituosen weltweit. Monkey 47 passt perfekt zu Pernod Ricard und gilt schon heute bei vielen Bartendern als Kultmarke“, sagt David Haworth, Geschäftsführer von Pernod Ricard Deutschland.

Rezept wurde in Nachlass gefunden

Die Zahl 47 bezieht sich auf die Anzahl von Kräutern und Gewürzen, mit denen der Gin aromatisiert ist. Das Rezept soll von dem Briten Montgomery Collins stammen, der nach dem zweiten Weltkrieg eine Kneipe mit dem Namen „Zum wilden Affen“ (monkey engl. für Affe) im Nordschwarzwald betrieb. Weil er keinen guten Gin fand und angeblich aus Heimweh nach England hatte, soll Collins das Rezept entwickelt haben.

Viele Jahre nach seinem Tod wurde eine Kiste mit dem Nachlass gefunden und sein Gin originalgetreu rekonstruiert. 2010 kamen die ersten Flaschen Monkey 47 auf den Markt. Mittlerweile ist der Gin in mehr als 50 Ländern weltweit vertreten. 2011 wurde der Monkey 47 von der International Wine & Spirits Competition (IWSC) zum besten Gin der Welt gekürt.