Wo bleib die Leidenschaft?

Am Sonntag, dem 24. September, ist es so weit. Die Bundestagswahl steht an. Doch wofür stehen die großen Parteien dieser Republik, wenn es um branchenrelevante Themen geht? Wir haben mit CDU, SPD, FDP, den Grünen und den Linken über Freihandel, Mindestlohn, Öffnungszeiten, Migration und über Donald Trump gesprochen.

Was bleibt hängen, wenn man als Redakteur ein gutes halbes Jahr die Chance hat, sich immer wieder in Berlin mit den Vertretern der großen Parteien zu treffen?

Eine ganze Menge. So etwa der Wunsch von Michael Theurer (FDP), im Walter-Scheel-Saal in Berlin vor den Porträts der Größen seiner Partei Platz zu nehmen. Die Konterfeis von Hans-Dietrich Genscher und Otto Graf Lambsdorff erinnerten denn auch irgendwie an bessere Zeiten der Freien Demokraten.

Interviews mit SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen in Berlin - Linke und CDU antworteten per Mail

Während es Bernd Westphal (SPD) während des Gesprächs mit uns schaffte, nicht nur den Politiker, sondern auch den Menschen zu inszenieren, blieb vom Treff en mit Dieter Janecek (Bündnis 90/Die Grünen) eine Atmosphäre im Gedächtnis, die doch eher selten Entspanntheit und thematischen Tiefgang zuließ.

Als ein harter Brocken erwies sich die CDU-Fraktion. Nein, nicht inhaltlich. Sondern organisatorisch. Trotz siebenmonatiger Korrespondenz kam kein persönliches Treffen zustande. Das sollte die mandatsstärkste Partei eigentlich besser können.

Anzumerken ist an dieser Stelle, dass wir neben den fünf großen Parteien, deren Antworten Sie hier finden, auch mehrfach telefonisch und per Mail nach einem Gesprächstermin bei der AfD  – Alternative für Deutschland anfragten. Alle Anfragen blieben unbeantwortet.

Dr. Joachim Pfeiffer, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU, plädiert im Interview mit der RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel für Freihandel. Dagegen ist der Mindestlohn in seinen Augen ein Fehler. Und: Ältere Fachkräfte sollen selbst entscheiden, wie lange sie arbeiten wollen.

 

Bernd Westphal, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD, spricht im Interview mit der RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel über die Chancen, die in Ceta stecken, das Erfolgsrezept Mindestlohn und lehnt die angedachte Mehrwertsteuererhöhung für tierische Lebensmittel ab.

 

Nur billig ist keine Lösung, sagt Dieter Janecek, wirtschaftspolitischer Sprecher Bündnis 90/Die Grünen im Interview mit der RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel. Das gelte für Arbeit wie für den Handel. Zudem befürwortet er die Einführung der Lebensmittelampel.

 

Klaus Ernst, wirtschaftspolitischer Sprecher Die Linke, befürwortet im Interview mit der RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel die Unterbrechung der TTIP-Verhandlungen und ein noch restriktiveres Vorgehen des Bundeskartellamtes in Sachen Preisabsprachen.

Michael Theurer, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP, erklärt im Interview mit der RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel, warum eine flexible Lohnuntergrenze Sinn macht, Ceta die Blaupause für Freihandelsabkommen ist und Kriegsflüchtlinge keine Antwort für den Arbeitsmarkt sind.

 

Professor Alexander Hennig analysiert im Gespräch mit der RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel die Programme und Statements von CDU, SPD, FDP, der Linken und den Grünen. Er sieht eine Blockbildung und tippt auf eine Fortsetzung der Großen Koalition.