Bundeskabinett beschließt Verbot von Plastiktüten

Von Nilofar Eschborn | Fotos: Pixabay | Drucken

Plastiktüten im Handel gehören schon bald der Vergangenheit an. Das Bundeskabinett hat ein entsprechendes Verbot auf den Weg gebracht, das sechs Monate nach Verkündung des Gesetzes in Kraft treten soll. Bei der Mehrheit der Lebensmittelhändler ist der Verzicht auf Plastiktüten allerdings schon gängige Praxis.

Das Bundeskabinett hat ein Verbot von Plastiktüten auf den Weg gebracht, die eine Wandstärke unter 50 Mikrometer aufweisen. Ausgenommen sind Knotenbeutel, die beispielsweise im Lebensmittelhandel für den Transport von Obst und Gemüse angeboten werden. Hier würde ein Verbot eher zu mehr als zu weniger Verpackungsabfällen führen, erklärt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Ein Verstoß gegen das Verbot gilt dem Verordnungsentwurf zufolge als Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro geahndet werden.

„Plastiktüten sind der Inbegriff der Ressourcenverschwendung: Sie werden aus Rohöl hergestellt und oft nur wenige Minuten genutzt. Häufig landen sie in der Umwelt, wo sie über viele Jahrzehnte verbleiben und jede Menge Schäden anrichten können“, sagt Bundesumweltministerin Svenja Schulze. „Die Erfahrungen der letzten Jahre mit der freiwilligen Vereinbarung zeigen: Es geht auch ohne die Plastiktüte beim Einkauf. Immer mehr Menschen gewöhnen sich daran, Mehrwegbeutel dabei zu haben. Momentan liegt der Verbrauch in Deutschland etwa bei 20 Einweg-Plastiktüten pro Kopf und Jahr. Mit einem Verbot kommen wir jetzt auf Null. Denn das gilt dann auch für die Händler, die sich bislang nicht an der Vereinbarung beteiligt haben.“

Lebensmittelhandel als Vorreiter

Die Mehrheit der Lebensmittelhändler hat sich bereits von Plastiktüten verabschiedet. Bei Rewe beispielsweise ging die letzte Plastiktüte bereits 2016 vom Band, Penny stoppte den Bezug noch im Dezember des gleichen Jahres. Lidl hat die Abschaffung 2017 ungesetzt, Netto bewirbt die kostenlos umtauschbare Mehrweg-Alternative wiederum seit September 2018. Kaufland verabschiedete sich erst im Mai 2019 bundesweit von der Einweg-Plastiktasche, doch eine noch jüngere Meldung kam aus dem Hause Galeria Karstadt Kaufhof, die den Abschied von Plastiktüten im September 2019 verkündeten.

Schulze betont an dieser Stelle: „Die Zukunft ist nicht die Einweg-Papiertüte. Die Zukunft ist Mehrweg – und das ist gerade bei Tüten wirklich kein Problem. Eine Mehrweg-Tragetasche aus Plastik ist bereits nach drei Nutzungen umweltfreundlicher als eine Einweg-Plastiktüte.“

Mehr zu bisherigen Maßnahmen zur Plastikreduktion im Lebensmittelhandel lesen Sie in der November-Ausgabe der RUNDSCHAU.

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