Metro beginnt Verkaufsprozess für Real

Von Mirko Jeschke | Fotos: Real | Drucken

Metro will seine Verbrauchermarktkette Real mit 282 Märkten und rund 34.000 Mitarbeitern verkaufen. Das hat der Vorstand des Handelskonzerns entschieden. Hintergrund sei, dass Real durch die Neuausrichtung in den vergangenen Jahren die Voraussetzungen für eine eigenständige Zukunft im deutschen LEH geschaffen habe.

Der Handelskonzern Metro hat beschlossen, seine Tochtergesellschaft Real zu verkaufen, nachdem die Verbrauchermarktkette durch die Neuausrichtung in den vergangenen Jahren entscheidende Voraussetzungen für eine eigenständige Zukunft im deutschen Lebensmitteleinzelhandel geschaffen hat. Zu Real gehören heute in Deutschland 282 Märkte, rund 34.000 Mitarbeiter und ein  Immobilienportfolio von 65 Standorten.

Unternehmensangaben zufolge hat das Real-Management seit 2015 gemeinsam mit dem Metro-Vorstand das stationäre Geschäft revitalisiert und die Entwicklung des Online-Geschäfts systematisch vorangetrieben. Das Markthallen-Konzept, das am Flaggschiff-Standort Krefeld bereits seit rund zwei Jahren betrieben wird, wird im Oktober 2018 in Braunschweig und im kommenden Jahr in Bielefeld realisiert. Die modulare Umsetzung dieses Konzeptes ist seit Ende letzten Jahres bereits in 19 Märkten erfolgt mit spürbaren Effekten für Frequenz und Umsätze. Insgesamt sind seit 2017 bereits 30 Märkte modernisiert worden.

Laut Metro hat sich das Online-Geschäft von real.de zu einem dynamischen Wachstumstreiber entwickelt. Der Umsatz (GMV) auf dem Marktplatz mit zwölf Millionen Produkten wird in diesem Geschäftsjahr voraussichtlich auf über 380 Millionen Euro steigen, was einem Plus von knapp 90 Prozent zum Vorjahr entspricht. Mit der Umsetzung des neuen Tarifmodells hat Real die Grundlage für wettbewerbsfähige Kostenstrukturen geschaffen; unter dem neuen Modell wurden bereits rund 2.000 neue Mitarbeiter eingestellt. Mit der Bündelung zentraler Funktionsbereiche unter dem Dach der RTG Retail Trade Group kann Real dank Volumenbündelung, Bestpreisen und gemeinsamer administrativer Funktionen maßgebliche Synergieeffekte nutzen und damit günstigere Kostenstrukturen realisieren, hieß es weiter.

Metro-Vorstandsvorsitzender Olaf Koch: "Real hat in den letzten drei Jahren signifikante Fortschritte bei der Transformation gemacht. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche, unabhängige Zukunft sind geschaffen. Metro fokussiert sich damit vollständig auf den Großhandel. Wir werden die Ausrichtung auf professionelle Kunden weiter intensivieren, um das enorme Potenzial zu erschließen." Patrick Müller-Sarmiento, Co-CEO von Real, kommentierte: "Gemeinsam mit unseren Mitarbeitern haben wir gezeigt, dass wir mit attraktiven und modernen Einzelhandelskonzepten wie mit der Markthalle, unseren 30 neuen Wochenmärkten und digitalen Plattformen Kunden begeistern und wachsen können. Jetzt beginnt für uns das nächste Kapitel in der Entwicklung von Real." Henning Gieseke, Co-CEO von Real, ergänzte: "Wir haben in den letzten Jahren die unternehmerische Initiative ergriffen und unser Geschäft für unsere Kunden vollkommen neu aufgestellt. Die Basis für eine eigenständige Zukunft ist gelegt. Wir sind überzeugt vom Potenzial unseres Unternehmens und seinen Entwicklungsmöglichkeiten. Real verfügt zudem über ein wertvolles Immobilienportfolio." Die Metro wird nun einen Verkaufsprozess starten, der für eine gründliche Prüfung der verschiedenen Optionen durch entsprechende Berater unterstützt wird.

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