Verband Deutscher Großbäckereien: Weniger Betriebe, mehr Umsatz

Von Nilofar Eschborn | Fotos: Unternehmen | Drucken
  • "Ulrike Detmers"

    Prof. Dr. Ulrike Detmers, Präsidentin des Verbandes Deutscher Großbäckereien e.V.

Bei einer sinkenden Zahl von Betrieben haben die Bäckereien mehr Umsatz erwirtschaftet und dabei den Verbrauchern eine größere Produktauswahl geboten, so der Verband Deutscher Großbäckereien. Auch die Reduktion von Salz, Fetten und Zucker sei auf einem guten Weg, Sorge besteht allerdings um Nachwuchskräfte.

Die Zahl der Bäckereibetriebe ist zwischen 2012 und 2017 um 14 Prozent auf 11.500 Betriebe zurückgegangen. Gleichzeitig verzeichneten die Anbieter aber ein größeres Angebot und steigende Umsätze. Das hat der Verband Deutscher Großbäckereien am gestrigen Mittwoch bekanntgegeben. Der Umsatz ist im gleichen Zeitraum um knapp 11 Prozent auf 20,6 Milliarden Euro gestiegen, pro Betrieb ist der Umsatz sogar um 28 Prozent auf 1,8 Millionen Euro gewachsen.

Betrachtet man die Umsatzverteilung unter den Betrieben, wird deutlich: 60 Prozent des Gesamtumsatzes in der Branche halten gerade mal 315 Unternehmen inne, also drei Prozent aller Bäckereien. Diese verzeichneten 2017 einen Umsatz von über 10 Millionen Euro, während der Umsatz von 80 Prozent der 11.500 Bäckereien unter einer Million Euro lag.

Großbäcker unterstützen Salzreduktion

Im Zuge der Diskussionen um eine Reduzierung des Salzanteils bei Lebensmitteln betonte der Verband außerdem, dass die Reduktion auch bei Brot und Backwaren umgesetzt werden soll: „Die deutschen Großbäcker unterstützen alle Bemühungen der Bundesregierung für eine gesunde Ernährung. Deshalb haben wir zum Beispiel auch in den letzten Jahren den Salzanteil in unseren Produkten konsequent verringert“, sagt die Präsidentin des Verbandes Deutscher Großbäckereien e.V., Prof. Dr. Ulrike Detmers. Allerdings räumt sie ein: „Die Verbraucher haben bestimmte Vorstellungen vom Geschmack eines Brotes und diese Vorstellungen lassen sich nur langsam ändern.“

Auch die Reduktion von Fetten und Zucker unterstützen die Großbäcker. Während die ab 2021 in der EU geltenden Obergrenzen für Fette schon heute unterboten werden, gebe es hinsichtlich des Zuckers bei manchen Rezepturen noch Handlungsmöglichkeiten, so formuliert es der Verband.

Sorge um Nachwuchskräfte

Mehr Sorgen bereitet der Verband hingegen der Nachwuchsmangel. „Die Zahl der Auszubildenden ist um fast 40 Prozent auf 17.300 im Jahre 2017 zurückgegangen“, sagt Detmers. 2018 sei die Zahl weiter zurückgegangen auf 16.000. Für die kommenden Jahre erwartet der Verband einen noch stärkeren Wettbewerb um Auszubildende.

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