Antje Schubert: Käpt'n, Coach und Glücklichmacher

Von Martina Kausch | Fotos: Jörg Brockstedt | Drucken

Seit Antje Schubert Geschäftsführerin von Iglo Deutschland ist, füllt sie in puncto Unternehmensführung Schlagworte wie New Work und Firmenkultur mit Leben. Ihre Mission im Sortiment: Produkte, die Ernährungsorientierung geben.

Nein, auf die Rolle der Käpt’n– Iglo–Rückholerin lässt sich Antje Schubert nicht festlegen. „Ich habe genauso nach dem Käpt’n gerufen wie einige meiner Kollegen. Mit meinem Start in Deutschland habe ich diesen Ruf unter mauert und die Chance genutzt, die Bühne zu bereiten. Die Umsetzung war Teamarbeit.“ Wie schnell die Entscheidungsfindung ging, spricht für das Tempo, das die Geschäftsführerin von Iglo Deutschland anschlagen kann: Mitte Oktober 2015 hat sie die Position übernommen, und im Januar 2016 flimmerte bereits der erste Spot mit dem neuen Käpt’n über die Kanäle.

Erfolg und gute Zahlen

Der Erfolg kam prompt. Der Absatz von Fischstäbchen wuchs zweistellig, mit ähnlicher Strategie bekam auch der Spinat durch Wiederbelebung des (Schuss-Sahne-) „Blubb“-Werbespruchs Aufwind. Antje Schubert hat die aktuellen Nielsen-Zahlen im Kopf, aus denen sie gerne zitiert: Nummer-eins-Marke und größter Wachstumstreiber im Tiefkühlmarkt, Fischstäbchen ist der Nummer-eins-Artikel im gesamten TK- und Eiskrem-Markt, Iglo hat die höchsten Marktanteile seit acht Jahren. Seit 2015 hat sich Iglo mit Schubert den Markenikonen gewidmet – und parallel dazu intern „einen kompletten Kulturwechsel angeschlagen“. Sie beschreibt den vierjährigen Transformationsprozess, der mit Bürogestaltung begann und mit der Implementierung crossfunktionaler Teams noch lange nicht beendet ist. „Kreativität und Kultur brauchen einen guten Nährboden – den hatten wir in unseren alten, eher nüchternen Büros nicht.“ Sie lud Künstler ein, die aus Industrie-Vintage-Objekten aus der Produktion Möbel bauten. Aus Panadeschläuchen wurden Lampen, aus den Schlemmerfiletsoßen-Containern Sessel. „Wichtig ist für uns, dass es auch gedankliche Reibungspunkte geben darf: Querdenken und Disturbance sind willkommen. Dinge bleiben in Bewegung“, erklärt sie. Das Wichtigste im Unternehmen sei die Kultur. Ein Motto leuchtet sichtbar von der Wand: Fehler plus Fehler ist Denkpartnerschaft. „Die Kernaussage von Peter Drucker „Culture eats strategy for breakfast“ (Die Kultur verspeist die Strategie zum Frühstück, Anm. d. Red.) ist immer noch aktuell und relevant.“ Auch für diese Art des Managements hat sie selbst eine Coaching-Ausbildung absolviert.

Orientierung und Geschmack

Und wo liegt Iglos Produkte-Zukunft? Ziel sei, dass der Verbraucher (per Nährwertkennzeichnung Nutri-Score) sofort erkennen könne, welchen Ernährungsnutzen er bei welchem Produkt habe, dass er Orientierung für bestmögliches Essen finde – und dass der Geschmack stimme. Zudem nimmt das vegetarische Angebot bei Iglo an Bedeutung zu. Neun Fleischersatzprodukte als neue Kategorie werden dieser Tage unter dem Namen „Green Cuisine“ eingeführt und die Nachhaltigkeit weiter forciert. Wenn Antje Schubert vom XL-Fischstäbchen im privaten Tiefkühlschrank schwärmt, glaubt man es ihr sofort: Das Fischstäbchen ist einfach ein Glücklichmacher.

Info

Antje Schubert war Geschäftsführerin von Iglo in den Niederlanden, 2015 übernahm sie den Chefposten in Deutschland. Seit 2018 ist sie zudem Managing Director Western Europe beim Iglo- Mutterkonzern Nomad Foods.

 

 

Zurück