Der moderne Öko-Pionier

Von Mirko Jeschke | Fotos: Christian Bierwagen | Drucken

Sebastian Koeppel schwört auf unverfälschte Qualität, Transparenz und Nachhaltigkeit. Ziel des Geschäftsführers von Beckers Bester: Die Evolution vom reinen Produktions- hin zum Dienstleistungsunternehmen.

Vor einigen Jahren, nach dem Ende der Sanierungsphase, hatte Sebastian Koeppel den Fruchtsafthersteller Beckers Bester aus Lütgenrode noch zusammen mit zwei Geschäftsführer-Kollegen geleitet. Seit 2013 bestimmt der Gesellschafter und Urenkel der Gründerin Bertha Becker die Geschicke des Familienunternehmens als alleiniger Geschäftsführer.

Regionale Größe

2017 produzierte die 1932 gegründete Süßmostkelterei, deren Produkte ohne künstliche Zusatzstoffe auskommen, 55 Millionen Flaschen und Packungen. Der Umsatz stieg um gut zehn Prozent auf 43 Millionen Euro. Der Marktanteil in Deutschland liegt bei rund 3 Prozent, in Niedersachsen bei etwa 15 Prozent. Zwar strebt Koeppel auch nationale Listungen an, die Kernregionen bleiben jedoch Niedersachsen, Schleswig-Holstein sowie Hamburg und Bremen. „Hier haben wir eine Markenbekanntheit von über 90 Prozent und liegen auf dem Niveau der drei Marktführer“, berichtet der 41-Jährige. Beim Discount möchte er seine Produkte aber nicht gelistet sehen: „Das kommt für mich aus tiefster kaufmännischer Überzeugung nicht in Frage.“

Belegschaft ist essenziell

Mit 115 Mitarbeitern arbeitet der passionierte Imker intensiv daran, die Traditionsmarke weiter zu verjüngen und neue Nischen zu erschließen. Auch wenn ihm das Thema Personal einige Sorgen bereitet: „Es ist extrem schwer, gute Leute zu finden, gerade in der Produktion. Umso mehr freuen wir uns, wenn mehr Frauen einsteigen.“ Gleichzeitig ist es Koeppel wichtig, seinen Mitarbeitern Sicherheit zu geben: „Bei uns gibt es kaum Zeitverträge. Es soll auch nie wieder jemand aus einer Sanierung heraus entlassen werden“. In Zukunft soll sich der Safthersteller, dessen Portfolio schon heute von Lohnabfüllung bis zum Full-Service Private Label reicht, stetig weiterentwickeln. „Es ist nicht nur das Produkt. Auch die Flasche, das Thema Handelsmarke/Marke und vieles mehr. Wir wollen die Firma mehr und mehr von einem Produktions- zu einem Dienstleistungsunternehmen wandeln.“

Moderner Öko-Stil

Um neue Kunden zu gewinnen, haben Koeppel und sein Team einen modernen Markenauftritt lanciert. „Wir wollten beim Flaschenetikett und der Schrift schlichter werden. Das ist eben der neue Öko-Stil.“ Der Umwelt zuliebe verzichtet der gebürtige Frankfurter, der mit seiner Familie viel Zeit in der Natur verbringt, seit 2018 auch auf PET-Verpackungen. Bei seinen Stammkunden greift der umtriebige Firmenchef gerne mal selbst zum Hörer: „Rentner etwa beschweren sich manchmal, warum wir sie so informell ansprechen. Dann erkläre ich ihnen, wo wir herkommen und warum wir darin eine Chance sehen. Das dauert oft eine Dreiviertelstunde. Aber das ist es mir wert.“

Info

Sebastian Koeppel trat 2007 in die Geschäftsführung von Beckers Bester ein. Seit 2010 ist der Urenkel der Gründerin Bertha Becker geschäftsführender Gesellschafter und hält 50 Prozent der Anteile. Er ist verheiratet und hat einen Sohn.

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