Frank Kleiner, Harry-Brot: Unser täglich Brot

Von Alexandra Stojic | Fotos: Reinhard Rosendahl | Drucken

Seit rund einem Jahr gehört Frank Kleiner zur Spitze von Harry-Brot. Der Top-Manager erzählt von den turbulenten ersten Monaten, seinem Lieblingsfrühstück und dem Erfolgsgeheimnis des Unternehmens.

Deutschland ist das Land des Brotes und der Brotvielfalt. Mehr als 3.200 Brotspezialitäten sind bisher verzeichnet. Die Sortenvielfalt in Deutschland gilt sogar als immaterielles UNESCO-Kulturerbe. Und dem anhaltenden Low Carb-Trend zum Trotz gehört das Brot immer noch zum Ernährungsplan vieler Deutschen.

Turbulente Zeiten

Dennoch: Die Brot- und Backwarenbranche in Deutschland hat im Moment stark zu kämpfen. Bäckereibetriebe sterben aus und die Umsätze mit Prebake- und SB-Ware im LEH stagnieren. „Bei uns ist der Trend zum Glück aber entgegengesetzt“, sagt Frank Kleiner, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei Harry-Brot. Das Unternehmen ist 2018 um drei Prozent gewachsen und hat umsatzmäßig die Ein-Milliarde- Euro-Grenze geknackt, erzählt er nicht ganz ohne Stolz.

Im April 2018, also vor einem Jahr, kam Frank Kleiner zu Harry. Er wurde als Nachfolger für Hans-Jochen Holthausen geholt, der die Geschicke der Großbäckerei 30 Jahre lang geleitet hatte. Kleiner blickt auf eine turbulente und spannende Zeit zurück. „Ich habe das Glück, in ein Unternehmen gekommen zu sein, das nicht nach einem Neustart geschrien hat, sondern in dem die Dinge bereits gut laufen. Die vergangenen zwölf Monate an der Seite von Herrn Holthausen waren für mich sehr wertvoll“, erinnert er sich. „Denn ich wollte die Erfolgsgeschichte von Harry erst einmal von innen verstehen.“

Nach eigenen Angaben ist die Großbäckerei seit 2013 die Nummer eins im deutschen Brot- und Backwarenmarkt. Was also macht die Erfolgsgeschichte aus? „Ganz einfach“, erklärt Frank Kleiner, „es ist die Schnelligkeit und die damit verbundene Frische unserer Produkte“.

Mit Frische und Schnelligkeit

Als im Juni 2018, Kleiner war gerade einmal zwei Monate an Bord, das Harry- Brot-Werk in Wiedemar bei Leipzig in Flammen stand, war genau diese Schnelligkeit gefragt: „Nur so war es möglich, dass wir innerhalb von zehn Tagen nach dem Brand die Neukonzeption des Werkes verabschieden konnten und sechs Monate danach, die letzte Linie, die geschädigt wurde, in Betrieb genommen werden konnte“, erzählt er. Im Frischegeschäft gilt es, wenig Zeit zu verlieren. Denn während die meisten Menschen nochschlafen, machen sich rund 840 Frischdienstverkäufer täglich frühmorgens auf den Weg, um die Brotregale im LEH mit frischem Harry-Brot zu beliefern. Die Großbäckerei backt an neun Standorten, liefert von dort die Ware an 42 logistisch günstig gelegene Stützpunkte und dann weiter zu den 9.500 Brotregalen und Backstationen.

Prebake oder SB-Regal – wie sieht eigentlich die persönliche Präferenz von Frank Kleiner aus? „Ich frühstücke am liebsten unser körniges Toastbrötchen und dazu Cappuccino“, erzählt er schmunzelnd. Das könne sich aber auch schon bald ändern – denn wie es sich für ein schnelles Unternehmen gehört, hat Harry-Brot auch schon die nächsten neuen Produkte im Backofen.

Info

Frank Kleiner war bis 2013 als Lieken- Vorstand für den Vertrieb verantwortlich. Danach hat er als Gesamt-Geschäftsführer den Backwarenkonzern Aryzta auf Wachstum getrimmt.

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