Hans-Günter Trockels: Erfolg mit Tradition und Robotik

Von Martina Kausch | Fotos: Reinhard Rosendahl | Drucken
  • Hans-Günter Trockels übernahm die Firma von seinem Vater und entwickelte Kuchenmeister weiter.

Durch „Direktverkauf“ von Brot per Fahrrad legte Günter Trockels in den 50er-Jahren die Grundlage der Bäckerei Trockels. Hans-Günter Trockels entwickelte das Unternehmen weiter: Heute wird Kuchenmeister zu den Weltmarktführern gezählt.

Die wichtigen aktuellen Themen in der Süßwarenbranche sind: Zuckerreduzierung? Digitalisierung? Nachhaltigkeit? Sensible Esser? Hans-Günter Trockels hört zu, denkt kurz nach – und hat seine eigene Meinung. Schließlich soll Kuchenmeister-Kuchen zuallererst schmecken, und das fast überall auf der Welt. In 80 Länder exportiert das Soester Unternehmen, und schließlich ist der deutsche Süßfan eventuell anders gestrickt als der in Curaçao, Chile, Palästina oder der Ukraine. „Den Trend der Zucker- und Fettreduzierung gehen wir bedacht und vorsichtig an“, ist Trockels’ Statement zum Thema. Und wie steht Herr Trockels zum Thema Digitalisierung? Sehr einfach: „Kuchenmeister ist hier weit fortgeschritten. Aber man muss das Verhältnis Kosten- Nutzen immer im Auge behalten. Nicht jede Digitalisierung ist überall sinnvoll."

Durch Technik voran

Im Gespräch mit dem Chef des Soester Familienunternehmens mit rund 1.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 260 Millionen Euro 2018 wird deutlich: Traditionelle Werte spielen eine große Rolle, Nüchternheit und rechnen können sind wichtige Bausteine des Erfolgs. Zusammen allerdings mit Entscheidungsfreude, Schnelligkeit und Technikaffinität: „Vor 21 Jahren habe ich in der Autoindustrie in Rastatt bei einer Produktionsbesichtigung die ersten Roboter gesehen, und wir haben sofort welche angeschafft, um Produktionsprozesse zu optimieren“, erzählt Trockels. Industrieroboter machen also Milchbrötchen: „Bei uns im Massenmarkt werden Roboter beispielsweise zum Palettieren eingesetzt oder um Backbleche zu be- und entdeckeln.“ Es gibt ein vielköpfiges hauseigenes Technikteam, das die Roboter programmiert, aber auch immer wieder nach Bedarf umbaut: „So entwickeln wir eigene Technik und können auf Trends schnell reagieren.“

Barockpalais für Nachhaltigkeit

„Wenn Familie Trockels ein Projekt übernimmt, bringt sie es sehr zügig voran“, sagt Hans-Günter Trockels. Da ist es kein Wunder, dass der Umbau des Barockpalais’ von 1718 in der Soester Innenstadt, das er in erster Linie privat, aber auch für Firmenmeetings nutzen will, einige Monate früher fertig geworden ist als geplant. Gründe für‘s Palais: Familie Trockels ist in Soest seit 1630 nachweisbar und der Stadt entsprechend verbunden. Und: „Das Gebäude ist aus Stein, nicht aus Fachwerk. Es ist ein Beispiel für nachhaltiges Bauen, wie man es seit dem Krieg nicht mehr schafft.“

Info

Hans-Günter Trockels übernahm 1995 das Unternehmen, das 30 Prozent seiner Produktion exportiert und 70 Prozent der Produktion für Handelsmarken herstellt.

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