Philipp Hengstenberg im Porträt: Mit Tradition in die Moderne

Von Dominique Snjka | Fotos: Michael Wagner | Drucken
  • Philipp Hengstenberg leitet das Familienunternehmen in fünfter Generation.

Philipp Hengstenberg leitet in fünfter Generation das schwäbische Traditionsunternehmen Hengstenberg. Er will die Marke weiter modernisieren. Ein aktueller Trend zahlt auf dieses Ziel ein.

Rotkohl neben dampfendem Kartoffelpüree, Sauerkraut mit Bratkartoffeln – die feinsauren Produkte von Hengstenberg stehen für traditionelle Küche. Seit einigen Jahren arbeitet das Familienunternehmen daran, diesen traditionellen Lebensmitteln von der Gewürzgurke bis zum Weinsauerkraut eine moderne Interpretation zu geben. Die Marke verjüngen, ohne die Markenidentität zu verlieren.

Veränderte Wahrnehmung

Mit Hengstenberg 1876 hat das Unternehmen eine Range eingeführt, die sich auf das Gründungsjahr beruft , gleichzeitig mit Steaksauce und vorgeschnittenen Gurkenscheiben eine junge Generation ansprechen will, die gerne grillt und conveniente Produkte bevorzugt. „Eine Marke hat immer die Aufgabe, im Hier und Jetzt ihren Platz zu finden. Sonst wird sie auf Dauer nicht bestehen“, ist Philipp Hengstenberg, Geschäft sführer für Einkauf und Produktion, überzeugt.

Auch der Gesundheitstrend zahlt auf die Marke ein: „Ich denke schon, dass sich die Wahrnehmung unserer Produkte verändert hat“, sagt Hengstenberg. Auch durch den stärkeren Wunsch der Verbrauchernach Regionalität: Seit mehr als 140 Jahren stellt das Unternehmen feinsaure Produkte wie Sauerkraut, Rotkohl, Gurken und Essig her. Die Produktion befi ndet sich in Bad Friedrichshall und Fritzlar. An eine Verlagerung der Produktion ins Ausland hat man bei Hengstenberg nie gedacht. Gurken und Kohl stammen aus dem Vertragsanbau mit ortsansässigen Landwirten. „Das wollen wir auch so beibehalten, denn das ist ein wichtiger Teil unserer Marke“, ist der 54-Jährige überzeugt.

Keine Selbstverständlichkeit

In diesem Jahr hat die Ernte stark gelitten. „Die anhaltende Hitzeperiode und die Dürre stellen für uns eine ernste Herausforderung dar, die sich auf die Lieferfähigkeit und die Gesamtkosten der Produktion auswirken wird“, sagt der Firmenchef. In der Landwirtschaft gebe es immer Schwankungen bis hin zu Missernten – ein hundertprozentiger Schutz existiere nicht. Die Veränderung des Klimas erfordere neue Konzepte für die landwirtschaftliche Produktion – und ein Umdenken: „Landwirtschaft liche Güter sind nicht immer in dieser scheinbar selbstverständlichen, ständigen Verfügbarkeit zum Niedrigstpreis zu haben.“

Steile Karriere

Hengstenberg interessiertsich früh für ökologische Zusammenhänge und Nachhaltigkeit. 1987 studiert der damals 23-Jährige Umwelttechnik an der TU Berlin. Der Wunsch, ins Familienunternehmen einzusteigen, reift erst später. 1996, mit 31 Jahren, steigt Hengstenberg als Leiter der Werksqualitätskontrolle des Werks Bad Friedrichshall ins Unternehmen ein. Nach Stationen als Produktmanager sowie Leiter Entwicklung und Qualitätssicherung übernimmt er 2010 die Position des Geschäft sführers Supply Chain.

Mit viel Ehrgeiz

Die Unternehmensleitung teilt sich Hengstenberg mit dem früheren Bitburger-Manager und Vorsitzenden der Geschäft sführung Andreas Reimer und dem kaufmännischen Geschäftsführer Henri Pillot. Das Familienunternehmen strebt eine Mischung aus externen Managern und Familienmitgliedern an. Die wichtigste Eigenschaft, die Philipp Hengstenberg von der vorangehenden Generation gelernt hat? Vielleicht ist es der unstillbare Ehrgeiz, herauszufinden, welcher Faktor zu einem guten oder eben zu einem schlechten Produkt führt. Wer ein Lebensmittelunternehmen leitet, muss kulinarisch gewandt sein, ist der Manager überzeugt, der zur fünften Hengstenberg-Generation gehört.

Info:

PHILIPP HENGSTENBERG gehört zur fünften Gründergeneration des Familienunternehmens Hengstenberg. Der 54-Jährige ist verantwortlich für Einkauf und Produktion.

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