Tom Albold: Immer steil nach oben

Von Mirko Jeschke | Fotos: Heiko Rhode | Drucken

Seit 2017 leitet Tom Albold die DACH-Aktivitäten von PepsiCo. Nach notwendigen Umstrukturierungen will der Top-Manager nun in Deutschland noch mehr PS auf die Straße bringen. Sein Ziel: eine Milliarde Dollar Umsatz.

Betrachtet man die Vita von Tom Albold, fällt eines auf: Der studierte Betriebswirt scheint geradezu selbstverständlich die Karriereleiter nach oben geklettert zu sein – ganz ohne Umwege. Dabei war für ihn die Stoßrichtung von Anfang an klar: „Ich wollte nie in den Mittelstand, sondern definitiv in einen großen, internationalen Konzern, bei dem ich eine langfristige Karriere anstreben konnte“, berichtet der jung gebliebene Manager nüchtern von den Anfängen seiner beruflichen Laufbahn bei Procter & Gamble. Die Passion zu Konsumgütern sei allerdings erst langsam gewachsen.

Ehrgeizige Ziele

Nach Stationen bei Danone Waters und Mars Petcare, wo er jeweils die Gesamtverantwortung für die deutschen Aktivitäten trug, kam der 48-Jährige im Sommer 2017 zu PepsiCo nach Neu-Isenburg. Eine seiner ersten Herausforderungen: die Supply Chain auf solide Füße zu stellen. „Wir sind gerade dabei, diesen Bereich so umzubauen, dass er auch mit unserem beschleunigten Wachstumstempo mithalten kann. Das wollen wir bis 2020 abgeschlossen haben.“ Apropos Wachstum: Nach jahrelangen Steigerungsraten von rund zwei Prozent ist PepsiCo DACH laut Albold 2018 zweistellig gewachsen: „Wir stehen aktuell bei über 500 Millionen US-Dollar Umsatz. In den nächsten Jahren wollen wir die Milliardengrenze knacken.“ Dass dies nicht gänzlich ohne Zukäufe funktionieren wird, ist dem Manager und seinem zwölfköpfigen Führungsteam dabei klar.

Klares Understatement

Bereits umgesetzt hat Tom Albold eine neue Organisationsstruktur mit den Bereichen Beverage, Snacks und Nutrition, unterhalb derer die wesentlichen Ressorts über Business Units abgebildet werden. Ein besonderes Anliegen war ihm auch die Etablierung eines Digitalchefs. Bei aller Schaffenskraft und dem Willen, Wachstum zu forcieren, betont der zweifache Familienvater allerdings immer, wie wichtig ihm die Gemeinschaft ist: „Ich möchte kein Diktator sein, sondern sehe mich als Teil eines Ganzen. Die Menschen um mich herum sind genauso wichtig wie ich. Ich bin hier nichts Besonderes.“ Zu dieser Philosophie passt sein unkomplizierter Umgang mit der Belegschaft: „Ich gehe jeden Mittag mit jemand anderem essen. Dadurch bekomme ich jede Menge Feedback und Impulse.“

Angesichts anhaltender Diskussionen um Zucker und Nährwertkennzeichnungen ist sich Albold sicher, dass die gesamte AfG-Branche in Zukunft ein gesünderes Portfolio anbieten muss. Trotzdem verteufelt er nicht den Inhaltsstoff, durch den seine Marken groß geworden sind: „Zucker sollte nicht pauschal verurteilt werden. Es ist alles eine Frage der Dosis.“ Optimistisch ist der PepsiCo-Deutschland-Chef beim Thema Innovationen: „Wir werden in den nächsten Jahren weiter an neuen Ideen arbeiten, wie wir unsere Getränke alternativ süßen können. Auch das Spiel mit Aromen wird eine entscheidende Rolle spielen.“ Großes Potenzial sieht er noch im Tee- sowie im Energydrink-Segment: „Bei Flavoured Energydrinks sind wir aktuell Marktführer. Hier bringen wir ständig neue Varianten auf den Markt und investieren kräftig.“ Für den nötigen Kontrast zu seinem eng getakteten Arbeitsalltag sorgt der Top-Manager mit regelmäßigen Mountainbike-Touren – gerne rund um den Feldberg.

Info

Tom Albold leitet seit Juni 2017 die PepsiCo-Geschäfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Davor war er bei Procter & Gamble, Danone Waters und Mars Petcare tätig.

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