Arla Deutschland Geschäftsführer Markus Mühleisen: "Die Kategorie voranbringen"

Von Martina Kausch | Fotos: Unternehmen | Drucken
  • Markus Mühleisen, Geschäftsführer Deutschland bei Arla.

Mit einem Bio-Fruchtjoghurt ohne jegliche Zusatzstoffe betont Arla Begriffe wie Natürlichkeit und Wertigkeit. Markus Mühleisen führt das Unternehmen seit einem Jahr und will grundsätzlich Schwung in die Kategorie bringen.

Seit einem Jahr sind Sie Geschäftsführer Deutschland bei Arla Foods – und Ihr erstes „Baby“ ist ein Fruchtjoghurt. Das klingt nicht sehr spektakulär.

Wir haben viele „Kinder“ in unserem Portfolio, Arla Bio Nur ist das jüngste und, doch, es ist spektakulär. Bio Nur besteht ausschließlich aus Joghurt und Frucht, es gibt keine Verdickungsmittel oder andere Zusatzstoffe und keinen zugesetzten Zucker. Das ist in dieser Form einzigartig im Markt. Die Süße des Joghurts stammt ausschließlich aus dem natürlichen Frucht- und Milchzucker. Deswegen hatdas Produkt nicht 14 oder 15 Gramm Zucker je 100 Gramm wie viele andere Fruchtjoghurts, sondern zwischen 6,8 und 7,7 Gramm, je nach Variante. Und der Joghurt mit seinem sehr hohen Fruchtanteil von 25 Prozent hat Bio-Qualität. Die Nachfrage nach Bio-Produkten setzt sich unvermindert fort und Bio ist für uns ein wichtiger Bereich und ein Wachstumsfeld.

Eingefleischte Bio-Molkereien würden sagen, ein Bio-Joghurt mit Erdbeeren, das geht gar nicht. Erdbeeren sind schlecht haltbar und gute Qualität ist teuer.

Bislang hat es eben noch niemand geschafft, einen Fruchtjoghurt ohne Verdickungsmittel herzustellen und eine cremige Substanz hinzubekommen. Das war die große Herausforderung an unsere Produktentwickler. Wir haben aber gesagt: Wenn es einer kann, dann Arla. Wir stehen für Innovation und Natürlichkeit.

Wie ist die Marge?

Wir wollen, dass die hohe Qualität und Wertigkeit von Bio Nur akzeptiert und honoriert wird. Die UVP liegt bei 99 Cent. Damit ist das Produkt höherpreisig als viele andere und auch für unsere Handelspartner attraktiv.

Arla ist kein deutsches Unternehmen. Sie haben zwar viele Milchbauern in Deutschland – trotzdem: Wie kommuniziert man, dass man als internationaler Player regionale Produkte macht?

Wir sind sehr stolz darauf, eine länderübergreifende, europäische Genossenschaft zu sein, davon gibt es nicht so viele. Wir haben rund 10.300 Landwirte in sieben europäischen Ländern, zirka 1.850 Höfe in Deutschland. Ihnen allen gehört das Unternehmen. Wir glauben, dass darin enormes Potenzial steckt. Alles, was wir erwirtschaften, wird über den Milchpreis an die Landwirte ausgezahlt.

Wird die Regionalität genügend kommuniziert?

Da gibt es Potenzial. Bei unserer Marke Hansano haben wir beispielsweise einen klaren regionalen Bezug, der in den entsprechenden Regionen stark kommuniziert wird. Bei den anderen Marken gibt es einige interessante Ideen, aber Sie haben recht, da kann man mehr tun. Die Frage ist, wie man das macht, wie man Regionalität definiert. Und: Wie kann man mit Handelspartnern den regionalen Bezug herstellen? Hierzu führen wir Gespräche.

Geht es auch konkreter?

Man muss mit allen eine vertrauensvolle Basis in der Zusammenarbeit haben, das ist die Grundlage. Für uns spielt es zudem keine Rolle, ob wir über Marken oder Handelsmarken sprechen, wir haben auch keine getrennten Vertriebswege. Wir denken nur: Was ist das Beste für die Kategorie? Wir zeigen erst einmal ganz neutral auf, wo wir die Chancen für den Handelspartner sehen. Dann kann man anders zusammenarbeiten. Wir wollen im Bereich Fruchtjoghurt etwas bewegen und einen neuen Weg gehen, aber der Innovationsprozess bezieht sich auf das gesamte Sortiment. Wir haben Erfolgserlebnisse und Beispiele aus andern Ländern. Datenaustausch, über Projekte reden, gemeinsam neue Produkte kreieren – ich denke, so bringt man eine Kategorie voran.

Auch mit der viel zitierten skandinavischen Offenheit?

Vor allem ist es eine Frage der Einstellung. In einer modernen Genossenschaft will man zusammenarbeiten. Und ja, vielleicht hilft auch die skandinavische Kultur, diese gewisse Offenheit, Dinge auch mal anders zu machen. In der skandinavischen raueren Natur muss man zusammenhalten, damit es allen gut geht. Das ergibt dann weniger Verdrängungswettkampf, mehr Gemeinsames – und am Ende profitieren alle stärker.

Arla in Zahlen

Für 2018 meldet Arla Foods beim mengenbasierten Umsatz der Kernmarken in Deutschland (u.a. Arla Buko, Arla Skyr und Kærgården) eine Steigerung um 6,5 Prozent. Weltweit stiegt der Umsatz um ein Prozent auf 10,4 Milliarden Euro.

 

 

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