HDE-Präsident Sanktjohanser: "Schritt zu mehr Respekt für den LEH"

Von Marcelo Crescenti | Fotos: HDE | Drucken
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    "Das ist kein Hype": HDE-Präsident Josef Sanktjohanser.

Der Präsident des Handelsverbandes Deutschland (HDE) spricht im RUNDSCHAU-Interview über den neuen Stellenwert des Lebensmittelhandels in der Krise, die Kreativität der Branche und auch darüber, ob 2020 für den Einzelhandel insgesamt ein verlorenes Jahr sein wird.

Josef Sanktjohanser kennt sich im LEH bestens aus: Der heute 69-Jährige führte viele Jahre die elterliche Lebensmittelkette Petz, hatte dann bei Rewe ein Vorstandsmandat. Seit 2006 ist er Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE).

Sie sind der Präsident aller Händler, aber im Herzen ja Lebensmittelhändler. Wie haben Sie die Bewältigung des Ausnahmezustands durch den LEH erlebt?

Wir sind ja noch mittendrin in der Krise, der Ausnahmezustand wird anhalten, solange es keine medizinische Antwort auf das Corona-Problem gibt. Aber der Handel ist seinem Ruf wieder gerecht geworden und hat nach dem ersten Schock blitzschnell reagiert: Plexiglasscheiben in der Kassenzone, mehr kontaktloses Bezahlen, Abstandsmarkierungen für die Kunden. Die Kreativität unserer Händler kennt keine Grenzen, und sie werden auch weiter alles dafür tun, dass ihre Kunden und Mitarbeiter bestmöglich geschützt sind.

Supermarktmitarbeiter wurden zu Helden deklariert, erhielten Geschenke. Ändert sich gerade der Stellenwert des Lebensmittelhandels beim Konsumenten?

Keine Frage, die Krise wird zumindest kurzfristig unsere Gesellschaft verändern, daran habe ich keinen Zweifel. Das ist nicht nur ein Hype. Viele machen gerade die Erfahrung, dass eine sichere Versorgung mit Lebensmitteln kein Selbstläufer ist und von unseren Kolleginnen und Kollegen jeden Tag hart errungen werden muss. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Respekt und Wertschätzung für den Lebensmittelhandel. Es liegt an uns allen, diesen Trend zu verstetigen.

Ist 2020 bereits ein verlorenes Jahr für den Einzelhandel?

Für Teile der Branche sicherlich, vor allem für die Händler, die ihre Geschäfte schließen mussten. Besonders kritisch ist die Lage im Textileinzelhandel. Die Sommerkollektion lässt sich nun mal nicht im nächsten Winter verkaufen. Hinzu kommt, dass wegen Corona die Verbraucherstimmung insgesamt im Keller ist. Die Verbraucher befinden sich im Krisenmodus.

Das komplette Interview mit dem HDE-Präsidenten lesen Sie in der Mai-Ausgabe der RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel. Hier geht es zum kostenlosen E-Paper.

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