RUNDSCHAU Round Table AfG: Wie gesund muss Erfrischung sein?

Von Mirko Jeschke | Fotos: Heiko Rhode | Drucken

Weil Verbraucher immer mehr Abwechslung wollen, hat die Vielfalt an alkoholfreien Durstlöschern stark zugenommen. Vielen ist der Zuckergehalt, gerade in Softdrinks, aber noch zu hoch. Unsere Experten haben über die wachsende Bedeutung von Natürlichkeit und Vielfalt sowie eine mögliche Zuckersteuer diskutiert.

THESE 1: ZUCKER

Der Zuckergehalt in Erfrischungsgetränken wird sich in Zukunft deutlich reduzieren.

Thomas Kohlmorgen: Dieser Formulierung stimme ich zu. In der Branche sind etwa 30 Prozent des Sortiments zuckerreduziert oder zuckerfrei. Für Coca-Cola ist die Zuckerreduktion neben Innovationen, Verpackungen und Marketing eines der zentralen Themen.

Martin Schneider: Wir sehen bei Carbonated Softdrinks (CSD), dass die Nachfrage nach zuckerfreien und -reduzierten Produkten vor allem im letzten Jahr signifikant gestiegen ist.

Tom Albold: Bei uns sind über 50 Prozent des CSD-Sortiments schon jetzt zuckerfrei. Über das gesamte Getränkesortiment sind es 48 Prozent, Tendenz stark steigend. Zu unseren Innovationen kann ich sagen, dass 100 Prozent zuckerfrei oder zuckerreduziert sein werden.

Mirco Wolf Wiegert: Wir bieten natürlich auch eine zuckerfreie Variante an und auch eine mit weniger Zucker, einfach aufgrund der Nachfrage. Als Getränkehersteller sollten wir den Zucker allerdings auch nicht verteufeln. Wir stellen eben kein Alltagsprodukt her, sondern ein Produkt des Genusses, und damit wollen wir uns auch im Markt positionieren.

Sebastian Koeppel: Raffinierter Zucker ist kein Teufelswerk. Mir persönlich ist er lieber als jeder Ersatzstoff. Trotzdem ist der frucht-eigene Zucker deutlich besser für den Körper zu verstoffwechseln als zugesetzter Zucker.

Volker Rapp: Den gesteigerten Anspruch, die Verbindung von Geschmackserlebnis, Gesundheit und Kalorienreduzierung, haben wir in unser Erfrischungsgetränkesortiment aufgenommen und zum Teil sogar Reduktionen von rund zehn Prozent bei gleichbleibender Geschmacksakzeptanz vorgenommen. Der Verbraucher ist heute zunehmend besser informiert und möchte wissen, welche Inhaltsstoffe wie für ihn wirken.

Susanne Horn: Da muss ich widersprechen. In der Masse wissen die Konsumenten nicht, was sie essen und trinken. Ansonsten bräuchten wir keine Ampelklassifizierung. Was uns fehlt, ist eine Differenzierung in der Diskussion. Es ist ein Unterschied, ob wir über Kinder und Jugendliche sprechen, die noch keine Abwägung bei Inhaltsstoffen vornehmen können, oder ob es um Erwachsene geht, die abends gesellig beisammensitzen und in Maßen eine Cola, ein Bier oder eine Limonade trinken.

Marcus Macioszek: Die ganze Zuckerdebatte ist aus meiner Sicht vor allem eine Diskussion über Qualität, Transparenz und Verantwortung. Ich glaube, die Leute sind heute deutlich besser informiert als früher. Zumindest haben sie die Möglichkeit dazu. Das heißt nicht, dass jeder zum Experten werden möchte, aber die Verbraucher wollen wissen, ob vermeintlich hochwertige Produkte diesen Qualitätsanspruch auch tatsächlich erfüllen.

Rapp: Ja, der Verbraucher erwartet Transparenz. Heute können die Leute schon einordnen, ob es ein klassischer Softdrink mit über 40 Kilokalorien pro 100 Milliliter ist, eine zuckerreduzierte oder zuckerfreie Variante.

Koeppel: Halbwissen kann jedoch manchmal äußerst gefährlich sein. Schauen Sie mal bei einer Apfelsaftschorle aufs Etikett, dann sehen Sie, dass die zusätzlich aromatisiert ist oder noch Zitronensaft oder -säure reingegeben wird. Da kann man sich fragen, muss das sein, und der informierte Verbraucher dürfte da eigentlich nicht zugreifen.

Guido Empen: Der Endverbraucher glaubt seinem Nachbarn mehr als uns. Er glaubt uns einiges, aber wenn er von Freunden wieder etwas anderes hört, werden wir infrage gestellt.

Wiegert: Wir sollten nicht einfach in Süßstoffe flüchten. Es sind eben anlassbezogene Getränke. Sonst gerät bei der Zuckerdiskussion auch die Fruchtsaftschorle in Verruf. Dann ist die gute Apfelsaftschorle diejenige ohne Kalorien, das kann es nicht sein.

THESE 2: STEUER

In absehbarer Zeit wird in Deutschland keine Zuckersteuer eingeführt.

Dieter Klenk: Ich bin mir nicht sicher, ob diese Steuer kommt. Vielleicht ...

Die komplette Diskussionsrunde des Round Table AfG finden Sie in unserem E-Paper.

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Round Table AfG

  • Tom Albold, Geschäftsführer PepsiCo Deutschland
  • Guido Empen, Prokurist Aktiv-Markt M. Gebauer
  • Susanne Horn, Generalbevollmächtigte Neumarkter Lammsbräu
  • Dieter Klenk, Inhaber Konzept & Service
  • Sebastian Koeppel, Geschäftsführer Beckers Bester
  • Thomas Kohlmorgen, Director Key Accounts Coca-Cola Erfrischungsgetränke
  • Marcus Macioszek, Leiter Marketing Gerolsteiner Brunnen
  • Volker Rapp, Leiter Marketing Franken Brunnen
  • Martin Schneider, Director Beverages & Chilled IRI Information Resources
  • Mirco Wolf Wiegert, Geschäftsführer Fritz-Kulturgüter

 

Ausführliche Zahlen von IRI-Experte Martin Schneider zum Thema finden Sie hier.

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