Edeka in Buchholz: Ein Markt mit dem gewissen Etwas

Von Alexandra Stojic | Fotos: Jörg Brockstedt | Drucken

Catharina Subey-Hübner braucht keinen Großstadt-Glamour. Die Edekanerin setzt in ihrem umgebauten Markt in Buchholz auf große Sortimentsauswahl und überraschende Effekte, die auf den zweiten Blick wirken.

Die Fahrt durch Buchholz zum neu umgebauten Edeka-Markt von Familie Subey führt durch einen idyllischen Wald, vorbei an hügellosen Feldern und nordischen Klinkerhäusern: Kaum zu glauben, dass das beschauliche 40.000-Einwohner-Städtchen nur dreißig Autominuten entfernt von der pulsierenden Hafenstadt Hamburg liegt.

 

„Feindliche“ Übernahme

Seit über 40 Jahren zählt die Kaufmannsfamilie Subey mit ihren drei Märkten zum festen Bestandteil des Buchholzer Einzelhandels. Im Laufe der Jahre wurden zum Teil alte Flächen erweitert und modernisiert, andere komplett neu gebaut. Das jüngste Projekt, die Erweiterung eines bereits bestehenden Marktes in der Soltauer Straße, wurde im vergangenen März beendet. „Uns war die Fläche irgendwann einfach zu klein“, erzählt die Geschäftsführerin und Tochter des Unternehmensgründers Catharina Subey-Hübner. „Also haben wir den angrenzenden Aldi-Markt übernommen und mit einer Bauphase von rund drei Monaten die Bruttofläche von 1.200 auf 2.600 Quadratmeter erweitert.“

Mehr Lokalität und Regionalität

Mehr Platz für eine breite Sortimentsauswahl war der Wunsch der Kauffrau. Statt der üblichen 1,60-Meter-Regale kehrt die Edekanerin dafür auch zurück zu den 1,80-Meter-Regalen, um die Sortimentsvielfalt für die Shopper auf einen Blick abbilden zu können. Catharina Subey-Hübner bietet ihren Kunden mittlerweile mit 30.000 Artikeln eine große Auswahl an Markenprodukten und an Produkten der Edeka-Eigenmarken. „Wir beziehen außerdem unser Angebot an frischen Gemüse-, Obst- und Fleischwaren überwiegend von Bauernund Herstellern aus der Region“, erklärt die Händlerin. Das Herzstück des Marktes ist die Obst- und Gemüseabteilung, die mit zehn Prozent Anteil zum Gesamtumsatz beiträgt. Nach dem Umbau neu dazugekommen ist eine offene Salatbar, die das Zentrum der O&G-Abteilung bildet. In der gläsernen Küche werden täglich frische Salate und Snacks zubereitet.

Neben lokal angesiedelten Produzenten wie Basedahl (Schinken) oder Schönecke (Geflügel) gehört auch das Gewürz-Start-up Ankerkraut aus Hamburg zu den Regionalmatadoren. „Besonders saisonales Obst und Gemüse kommt auf dem kürzesten Weg in den Markt“, erklärt Subey-Hübner weiter. Kartoffeln, Rüben, Erdbeeren oder Spargel liefern Bauern aus den Nachbarorten an. Ein besonderer Clou, den sich die Edekanerin hat einfallen lassen: Bodentiefe Fenster in der an die O&G-Abteilung angrenzenden Getränkeabteilung zeigen auf ein Gemüsefeld, dessen Erzeugnisse direkt an die Edeka geliefert werden. Frische vor den Augen der Kunden, quasi. Familie Subey ist mit der Region verbunden, der Anteil an Stammkunden ist hoch. Durch den Umbau des Marktes kommen sukzessive aber auch immer mehr neue Kunden dazu. Insgesamt finden trotz der starken Konkurrenz durch Famila, Rewe, Lidl, Aldi und Penny mehr als 7.000 Kunden pro Woche ihren Weg zu Edeka Subey.

Meterweise Bio

„Der Markt ist nach den neuesten Kriterien eingerichtet – das hat sich auch schnell in der Umgebung herumgesprochen“, weiß die Kauffrau. Bereits im Eingangsbereich werden die Kunden in „Dallmeyerʼs Backhus“ empfangen. Auch der gegenüberliegende Informationstresen, an dem Tabakwaren und Zubehör verkauft werden, gehört zu den hoch frequentierten Spots auf der Fläche.

Schräge Regale und bunte Schilder

Dem Kundenwunsch entsprechend wurde im Rahmen des Ausbaus auch das Bio-Angebot erweitert. In der zehn Meter langen Bio- Regalwand mit auffälliger Beschriftung mischen sich Produkte aus dem Fachhandel unter das LEH-Standardsortiment. Neben dem breiten Sortiment und dem großen Angebot an Regionalität und Lokalität besticht der Markt vor allem durch die besondere Kundenführung und die Aufstellung der Regale. So wurde der Boden zum Beispiel in zwei Farben gestaltet. Die grauen Fliesen, die der Fläche einen wertigen Charakter verleihen, werden durch eine Art Straße unterbrochen, die in hellen Fliesen gelegt wurde. Der Effekt fällt erst auf den zweiten Blick auf, sorgt aber dafür, dass der Shopper unbewusst an jedem Regal vorbeigeführt wird. Die Regale hat Catharina Subey-Hübner schräg anordnen lassen – mit dem Vorteil, dass die Gesamtfläche insgesamt besser genutzt werden kann und mehr Platz für Zweitplatzierungen bleibt. Vor allem aber sehen die Kunden auf den ersten Blick und schon aus der Ferne, in welchem Regal sich das gesuchte Sortiment befindet. Auch die Beschilderung hat einen besonderen Kniff: Die Tafeln mit der Aufschrift der einzelnen Sortimente sind in unterschiedlichen Farben gestaltet. „Wenn ein Kunde nun zum Beispiel Tee oder Feinkost. 

 

 

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