Corona in Fleischbetrieben: Was bisher geschah

Von RUNDSCHAU-Redaktion | Fotos: Unternehmen | Drucken

In der Fleischbranche überschlagen sich die Ereignisse rund um Corona-Ausbrüche. In der folgenden Chronologie fasst die RUNDSCHAU zusammen, was bisher im Fall Tönnies, Wiesenhof, Westfleisch und Co geschah.

25.06.2020: Besuch bei Tönnies: Klimaanlage ist bisher übersehener Risikofaktor

Der Hygiene-Experte Martin Exner hat bei einem Tönnies-Besuch einen bislang übersehenen Risikofaktor identifiziert, auf den die Corona-Infektionen in fleischverarbeitenden Betrieben zurückzuführen sein könnten: die gekühlte Umluft in Zerlegebereichen.

24.06.2020: Der Fall Wiesenhof: Massentests nach Ausbruch in Schlachthof

In einem weiteren Schlachthof der PHW-Gruppe, zu der die Marke Wiesenhof gehört, ist es zu einem Ausbruch des Coronavirus gekommen - diesmal im niedersächsischen Wildeshausen. Bisher wurden 23 Beschäftigte positiv auf das Virus getestet, die Ergebnisse aller rund 1.100 Tests werden bis Freitag, den 26. Juni, erwartet.

23.06.2020: Der Tag, an dem die Branche auf Werkverträge verzichtete

Im Zuge der Corona-Fälle in der Fleischindustrie stehen Werkverträge am Pranger. Hersteller wie Westfleisch wollen sie abschaffen. Der Wurstspezialist Wolf sieht sie bis dato wegen großer saisonaler Schwankungen als unabdingbar an.

23.06.2020: Der Fall Tönnies: 1553 Infizierte, Werkverträge werden abgeschafft

Die Anzahl der mit dem Coronavirus infizierten Tönnies-Mitarbeiter im Werk Rheda-Wiedenbrück ist auf 1553 gestiegen. Die Folge: ein Lockdown für Gütersloh und Warendorf. Mittlerweile kündigte auch der Fleischkonzern an, seine Werkverträge abzuschaffen. 

23.06.2020: Nach Tönnies-Eklat: Lidl, Kaufland, Wiesenhof und Co verzichten auf Werkverträge

Nach dem Corona-Eklat beim Fleischkonzern Tönnies erklären sich zahlreiche Player der Branche dazu bereit, auf Werkverträge zu verzichten. Hierzu zählen auch Handelsunternehmen wie Lidl und Kaufland.

22.06.2020: Der Fall Tönnies: Heil will Haftungsmöglichkeiten prüfen

Mehr als 1000 Tönnies-Mitarbeiter wurden in Rheda inzwischen positiv auf das Coronavirus getestet. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will prüfen, inwiefern der Fleischkonzern für die Folgen haften muss. 

17.06.2020: Der Fall Tönnies: Schlachtung in Rheda wegen Corona-Ausbruch vorübergehend gestoppt

Nachdem 400 Tönnies-Mitarbeiter in Rheda positiv auf das Coronavirus getestet wurden, haben der Fleischkonzern und der Kreis Gütersloh die vorübergehende Stilllegung des Standorts beschlossen. Sukzessive werden weitere Bereiche heruntergefahren. 

20.05.2020: Bundeskabinett verschärft Regelungen für die Fleischbranche

Nach seiner Ankündigung, in der Fleischbranche angesichts einer Vielzahl von Corona-Infektionen „aufräumen“ zu wollen, hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) heute den entsprechenden Beschluss des Bundeskabinetts vorgestellt. So sind unter anderem Werkverträge ab 2021 verboten, Kontrollen und Geldbußen werden deutlich erhöht. 

19.05.2020: Der Fall Westfleisch: Betrieb in Coesfeld wird wieder aufgenommen

Die aufgrund zahlreicher Corona-Infektionen vorübergehend geschlossene Westfleisch-Großfleischerei in Coesfeld (NRW) nimmt ihren Betrieb stufenweise wieder auf. Die Überwachungsbehörden werden diesen Prozess begleiten. Zudem übernimmt der Konzern rund 350 Werkvertragsarbeiter, laufende Mietverhältnisse und kümmert sich künftig um den Transport.

18.05.2020: Gebeutelte Fleischwirtschaft legt 5-Punkte-Plan vor

Nachdem in mehreren Betrieben Corona-Infektionen bekannt geworden sind, hat der Verband der Fleischwirtschaft (VDF) nun einen Fünf-Punkte-Plan zur Umsetzung von Maßnahmen bei der Beschäftigung von Werkvertragsarbeitnehmern vorgelegt. 

18.05.2020: Der Fall Westfleisch: Weiterer Standort von Corona-Infektionen betroffen

Im Fleischcenter Dissen (NRW) von Westfleisch haben sich 92 Mitarbeiter mit dem Corona-Virus infiziert. Sowohl die positiv getesteten Mitarbeiter als auch die Kontaktpersonen werden nun in Quarantäne geschickt. Zuvor hatte der Konzern bereits seine Großfleischerei in Coesfeld wegern hunderter Corona-Fälle vorläufig schließen müssen.

15.05.2020: Der Fall Wiesenhof: Knapp 80 Corona-Fälle in Schlachthof in Straubing

Der Wiesenhof-Standort Donautal Geflügelspezialitäten in Bayern zählt Medienberichten zufolge inzwischen 77 Mitarbeiter mit einer Corona-Infektion. Dies ergab eine Reihentestung von knapp 1.000 Mitarbeitern. Bei weiteren 150 Mitarbeitern steht entsprechende Tests noch aus. Der Betrieb soll indes weitergehen. 

13.05.2020: Fleischbranche im Kreuzfeuer der Kritik

Die Fleischproduzenten in Deutschland sehen sich angesichts der Corona-Pandemie mit großen Herausforderungen in Sachen Hygiene konfrontiert – und geraten durch Corona-Fälle vermehrt ins Visier von Politik, Medien und Verbrauchern. 

12.05.2020: Der Fall Tönnies: Corona-Testcenter wird gebaut

Der Fleischkonzern Tönnies hat die Errichtung eines eigenen Corona-Testcenters angekündigt und zugleich in einem 14-Punkte-Plan ein Hygienekonzept zur Corona-Risiko-Minimierung in den Bereichen Arbeit, Wohnen und Transport vorgestellt. 

11.05.2020: Der Fall Westfleisch: Betrieb in Coesfeld bleibt wegen Corona-Fällen vorerst geschlossen

Die Großfleischerei von Westfleisch in Coesfeld (NRW) muss ihren Betrieb bis Ende dieser Woche ruhen lassen, nachdem eine Vielzahl an Beschäftigten positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Bis zum Vorabend gab es nachweislich 230 Fälle. Durch die jüngsten Geschehnisse steht die gesamte Fleischbranche im Fokus der Gesundheitsbehörden. 

04.05.2020: Vion stoppt Produktion in Bad Bramstedt wegen Corona-Infektionen

Die Vion Food Group hat als Vorsichtsmaßnahme die Produktion im Schlachthof Bad Bramstedt vorerst eingestellt, nachdem sich ein Teil der Mitarbeiter in den Bereichen Schlachtung und Zerlegung mit dem Coronavirus infiziert hat. Zu diesem Zeitpunkt hat wohl noch keiner geahnt, welches Ausmaß die Corona-Pandemie in der Fleischbranche entwickelt.

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