Fairtrade: Mindestpreis für Kakao soll um 20 Prozent steigen

Von Dominique Snjka | Fotos: obs/TransFair e.V./Fairtrade / Eric St-Pierre | Drucken
  • "Fairtrade" "Kakao" "Transfair" "Preise" "Lebensmittelpreise"

    Der Fairtrade-Mindestpreis soll um 20 Prozent steigen.

Der Weltmarktpreis für Kakao ist jüngst um mehr als ein Drittel eingebrochen. Die Kakaobauern in den Erzeugerländern leiden unter den starken Preisschwankungen. Eine Erhöhung des Fairtrade-Mindestpreises soll ihre Lage verbessern.

Um mehr als ein Drittel ist der Weltmarktpreis für Kakao im vergangenen Jahr eingebrochen. Viele Kakobauern geraten in den Erzeugerländern deshalb unter Druck. Fairtrade International will den Fairtrade-Mindestpreis für konventionellen Kakao von 2.000 auf 2.400 US-Dollar pro Tonne erhöhen, wie das Unternehmen mitteilt. Das entspricht einer Steigerung um 20 Prozent.

Für Bio-Kakao wird der Fairtrade-Preis 300 US-Dollar über dem Weltmarktpreis oder dem Fairtrade-Mindestpreis liegen, je nachdem, welcher zur Zeit des Verkaufs höher ist. "Für die Kleinbauern ist die Preiserhöhung ein Schritt zu besseren Einkommen", sagte Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender des Vereins TransFair. "Wir sind zuversichtlich, dass unsere Kakao-Partner die Entscheidung von Fairtrade International mittragen und unsere Arbeit auch zukünftig unterstützen und ausbauen."

Im letzten Jahr ist der Weltmarktpreis für Kakao um mehr als ein Drittel eingebrochen. Unter den Preisschwankungen leiden insbesondere die Bäuerinnen und Bauern. Fairtrade ist das einzige Zertifizierungssystem mit einem verpflichtenden Mindestpreis, der als Sicherheitsnetz dient, wenn die Marktpreise fallen, während die Kleinbauernorganisationen dennoch von steigenden Marktpreisen profitieren können. Der von der Regierung der Elfenbeinküste, dem weltweit größten Anbauland für Kakao, festgesetzte Kakaopreis beträgt aktuell 2.124 US-Dollar. Wenn der Fairtrade-Mindestpreis aber höher ist, zahlen die Käufer von Fairtrade-Kakao die Differenz an die Kleinbauernorganisation.

Die Entwicklungsorganisation Inkota begrüßt die Erhöhung des Mindestpreises. Dies sei ein wichtiger Schritt, um die Armut der Kakaobauern zu verringern. Wenn Schokoladen-Unternehmen es mit der Nachhaltigkeit ernst meinten, müssten sie auch bereit sein, mehr für den Kakao zu zahlen. Auch die beiden anderen großen Zertifizierungsorganisationen im Kakaobereich sollten einen garantierten Mindestpreis einführen. Um die Lücke zu existenzsichernden Einkommen zu schließen, müssten aber auch bei Fairtrade weitere Preiserhöhungen folgen.

Zurück

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren ...