Sieben Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den LEH

Von Nilofar Eschborn | Fotos: Pixabay | Drucken

Covid-19 bringt veränderte Rahmenbedingungen für den LEH mit sich. Bord Bia, Irlands halbstaatliche Handelsagentur für Lebensmittel, hat sie zusammengefasst und sieben Auswirkungen der Pandemie auf den Lebensmittelhandel formuliert.

1) Kochen steht hoch im Kurs.

In Zeiten von Home-Office kochen Verbraucher vermehrt selbst. Die eigene Küche wird zum Rückzugsort – und bietet gleichzeitig Sicherheit, erklärt die Agentur. Darüber hinaus hat sich auch gezeigt, dass Verbraucher sich gesünder ernähren, um ihre Immunität zu stärken. Für den Handel bedeutet das: Inspiration wie Rezeptkarten am POS oder Online-Content zum Thema Ernährung sind gefragt. Auch sollte dem Kunden eine Range natürlicher Produkte geboten werden, die dem stärker werdenden Gesundheitsempfinden gerecht werden.

2) Das Konsumverhalten ist effizienter geworden.

Konsumenten kaufen seltener ein. Zum einen, weil sie das Risiko reduzieren wollen, sich außerhalb der eigenen vier Wände mit dem Coronavirus zu infizieren, und zum anderen, weil sie sparen. Das Learning der Agentur: Der Handel muss versuchen, dem Kunden ein möglichst effizientes Einkaufserlebnis zu schaffen – in Sachen Zeit sowie in Sachen Geld.

3) Das Bedürfnis nach Gemeinschaft ist stärker denn je.

Social Distancing und Home-Office steigern das Bedürfnis nach gemeinschaftlichen Erlebnissen. Auch das Kochen haben viele Verbraucher als Erlebnis entdeckt. So gilt es, entsprechende Inspirationen zu bieten. Bord Bia schlägt dem Handel etwa vor, mit Köchen zu kooperieren, um gemeinsam Workshops oder Webinare zu veranstalten.

4) Das Preisbewusstsein der Verbraucher wächst.

Ob wegen drohenden Arbeitsverlusts oder finanzieller Einbußen: Verbraucher achten zunehmend auf Preise. So wundert es nicht, dass auch der Wunsch nach einem guten Preis-Leistungsverhältnis wächst. Bord Bia kommt zu dem Ergebnis, dass Eigenmarkenprodukte aus diesem Grund gerade besonders punkten. Zudem betont die Handelsagentur, dass jetzt die beste Zeit für Treueprogramme sei, um Kunden zu halten. Aktuell planen bereits 45 Prozent der Händler eine Einführung oder Weiterentwicklung von Treueprogrammen.

5) Regionalität der Produkte wird wichtiger.

Die Bedeutung regionaler Lebensmittel nimmt zu. Entsprechend wächst auch das regionale Produktangebot. Die Herausforderung: vielfältige Produkte in ausreichender Qualität ohne lange Transportwege zu beschaffen. Produkte aus Nachbarregionen können dabei eine gute Ergänzung sein, um das Portfolio zu erweitern, rät Bord Bia.

6) Das E-Commerce-Geschäft boomt.

74 Prozent der Lebensmitteleinzelhändler planen derzeit, ihr E-Commerce-Angebot durch Omnichannel-Lösungen zu erweitern. Dabei gilt es, die Verbraucher vor allem kosteneffizient und schnell zu beliefern. Bord Bia sieht die Chance des Handels im Online-Geschäft vor allem darin, auf der Website das Informationsbedürfnis der Kunden stillen zu können. Mit gelungenen Produktdarstellungen können Händler sie wissen lassen, wo das Produkt herkommt und welchen Mehrwert es bietet.

7) Shop-Formate verändern sich.

Spürbar ist: Die Corona-Pandemie wird uns für längere Zeit begleiten. Entsprechend wird sich auch der Ladenbau verändern, um beim Einkauf Kontakte möglichst zu verhindern und ein Gefühl von Sicherheit zu schaffen. Bord Bia betont: Auch die Möglichkeit, bargeldlos zu bezahlen, ist inzwischen ein Muss, ansonsten verlieren Händler ihre Wettbewerbsfähigkeit.

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