Trotz allem: Fünf positive Folgen der Corona-Krise

Von Nilofar Eschborn | Fotos: Pexels | Drucken

Die Corona-Pandemie und die damit einhergehende Unsicherheit sowie die Hamsterkäufe haben den LEH herausgefordert. Doch es gibt durchaus auch positive Folgen, die die Krise für die Branche mit sich brachte.

1) Mehr Wertschätzung für den LEH

Zahlreiche Beschäftigte hatten es sich zu Höhepunkten der Corona-Krise erhofft, nun hat es eine Befragung des crowdbasierten Marktforschungsunternehmens POSpulse in Zusammenarbeit mit dem EHI bestätigt: Die Verbraucher haben wahrgenommen, dass der Einzelhandel eine große Bedeutung für die Gesellschaft hat. Entsprechend hat sich die Wertschätzung für die Mitarbeitenden im LEH deutlich verbessert und auch das Image des Handels konnte profitieren. Insgesamt nehmen 40 Prozent der Befragten das Personal in den Lebensmittelgeschäften positiver wahr als vor der Krise.

2) Gestiegener Zusammenhalt unter Mitarbeitern

In persönlichen Gesprächen der RUNDSCHAU mit Akteuren des LEH wurde vor allem auch eines deutlich: Der Zusammenhalt unter Mitarbeitern ist in Zeiten der Krise deutlich gewachsen. „Man rückt zusammen, gedanklich versteht sich, und hat ein engeres Verhältnis als zuvor“, berichtet beispielsweise Fabio Hilker, Marktleiter von Edeka Fromm im Berliner Stadtteil Wedding. Auch Elke Heilmann-Runde, Kassiererin im Edeka-Center Brehm in Berlin-Mahlsdorf, ist überzeugt: „Die Krise hat uns als Team zusammengeschweißt. Wir können stolz sein, auf das, was wir geleistet haben.“

3) Digitalisierung im Aufwind

Lebensmittel-Lieferdienste waren so gefragt wie nie und die Logistik stand aufgrund der Hamsterkäufe vor völlig neuen Herausforderungen. Das hat Spuren hinterlassen – und die Branche dazu bewegt, ihre offenen Baustellen in Angriff zu nehmen und vor allem in Sachen Digitalisierung aufzuholen: Eine Befragung des Münchner Institute of Brand Logic unter 200 Entscheidern im LEH zeigt, dass ein Großteil von ihnen bereits plant, den E-Commerce mit Omni-Channel-Lösungen auszubauen (74 Prozent) und das Online-Marketing zu verstärken (69 Prozent). Um Kosten zu sparen, wollen zudem 78 Prozent die Prozesse im Lager und in der Logistik automatisieren, 67 Prozent wollen im Bereich der Lieferkette Kooperationen eingehen.

4) Push für Regionalität

Die Corona-Krise hat deutlich gemacht: Grenzschließungen sind auch in heutigen Zeiten nicht mehr auszuschließen. Das rückt die Bedeutung regionaler Lieferketten in ein ganz neues Licht, denn aufgrund der Nähe bieten sie eine besondere Verlässlichkeit. Der positive Nebeneffekt: Mit regionalen Sortimenten wird der LEH auch zunehmend nachhaltiger. Denn auf kurzen Lieferwegen werden bei weitem nicht so viele Tonnen an CO2 ausgestoßen wie bei grenzüberschreitenden Transporten.

5) Neue Chancen im Marketing

Das Online-Marketing birgt in diesen Zeiten durchaus große Chancen für Marken, Kunden für sich zu begeistern. Immerhin ist der Medienkonsum in Zeiten der Kontaktbeschränkungen deutlich gestiegen. Wie eine weltweite Umfrage des Marktforschungsunternehmens Kantar zeigt, wünschen sich Kunden dabei vor allem nützliche Werbeinhalte: Die Marke müsse unter Beweis stellen, wie sie in diesen Zeiten hilfreich sein kann.

Wie Marken sich in Zeiten der Corona-Krise außerdem profilieren können, lesen Sie in der kommenden Print-Ausgabe der RUNDSCHAU.

Zurück