Weniger Plastik: Auch Edeka verzichtet auf Gurkenverpackung

Von Nilofar Eschborn | Fotos: Unternehmen | Drucken

Nachdem die Rewe Group bereits angekündigt hat, in Rewe- und Penny-Märkten ab Oktober 2019 auf die Verpackung von Gurken zu verzichten, zieht Edeka nun nach. Sowohl Bio- als auch konventionelle Gurken sollen ab sofort nicht mehr in Plastik verschweißt werden. Im Zuge dieser Entscheidung appelliert der Händler auch an Kunden, auf Plastik zu verzichten – und sorgt erneut mit einem unkonventionellen Spot für Aufmerksamkeit.

Der Lebensmittelfilialist Edeka bietet alle konventionellen sowie Bio-Salatgurken ab sofort nur noch unverpackt an. Bislang wurde noch ein Teil der Gurken, die vom Edeka-Fruchtkontor bundesweit an die einzelnen Betriebe geliefert werden, mit einer Plastikfolie eingeschweißt. Durch den vollständigen Verzicht auf diese Folie spart das Unternehmen nun allein 94 Tonnen Plastik pro Jahr ein.

Auch bei den Tomaten soll es weitere Plastikeinsparungen geben. So wird das Gemüse bei Edeka immer häufiger lose oder in Kartonschalen angeboten. Darüber hinaus will der Verbund die Verpackungen im gesamten Eigenmarkensortiment optimieren. „Wir setzen an drei Hebeln an: Da wo es möglich ist, verzichten wir auf Plastik. Gleichzeitig fördern wir Mehrweglösungen und erhöhen drittens den Anteil an recycelten Materialien“, sagt Markus Mosa, Vorstandsvorsitzender der Edeka-Zentrale.

Den Ergebnissen eines Marktchecks der Verbraucherzentralen zufolge wies Edeka unter Lebensmittelhändlern schon im Mai 2019 die geringste Plastikquote in den Obst- und Gemüseabteilungen auf. Bereits die Hälfte dieses Sortiments werde bereits ohne Plastikverpackung angeboten.

Appell an Kunden mit unkonventionellem Online-Spot

Mit einer weitangelegten Kampagne will Edeka außerdem Bewusstsein beim Kunden schaffen, dass auch er beim Einkauf auf Plastik verzichten kann. Teil der Kampagne ist unter anderem ein appellierendes Online-Video, das unter dem Motto „Natur kommt unverpackt“ auf Facebook und Youtube gespielt wird.

Zu sehen ist eine Frau, die ein Baby zur Welt bringt - das Licht der Welt erblickt es allerdings in einer Plastiktüte. Das Ganze entpuppt sich als Alptraum und als sie mit ihrem Baby auf dem Arm erwacht, ist ihr Mann gerade dabei, eine Paprika-Tüte zu öffnen. Zwar ist Edeka bereits in der Vergangenheit mit unkonventionellen Werbespots im Gedächtnis geblieben, doch die Reduktion von Verpackungen hat hierin bis jetzt noch keine Rolle gespielt.

Rewe und Penny ohne Gurkenverpackung

Mit der Entscheidung, Gurken künftig nur noch unverpackt anzubieten, ist Edeka nicht allein. Erst vor drei Wochen hat die Rewe Group angekündigt, dass Rewe und Penny ab Oktober 2019 bei Salatgurken auch außerhalb der deutschen Saison auf die Schrumpffolie verzichten. Damit sollen nach Angaben des Unternehmens bis zu 160.000 Kilogramm Plastik pro Jahr eingespart werden.

Um trotz des Verzichts auf die Schutzfolie weiterhin qualitativ hochwertige Gurken anbieten zu können, sollen die Transportprozesse bei Rewe und Penny nun so verändert werden, dass die Gurke vor dem Vertrocknen geschützt wird. „Bei der Einsparung von Plastik und Verpackungen haben wir grundsätzlich die gesamte Lieferkette im Blick. Grundvoraussetzung ist immer, dass die Qualität der Produkte bei Lagerung und Transport erhalten bleibt. Wenn ein Produkt unverpackt ist, aber dadurch beispielsweise vertrocknet, hat das für uns nichts mehr mit Ressourcenschonung zu tun. Das ist eine unnötige Lebensmittelverschwendung, die wir vermeiden wollen“, sagt Eugenio Guidoccio, Geschäftsleiter Ware Ultrafrische der Rewe Group.

Das Unternehmen räumt ein, dass es bei extremen Wetterverhältnissen also in Ausnahmefällen weiterhin nötig sein kann, die Gurken mit einer dünnen Folie zu schützen. Grundsätzlich gehe man aber davon aus, dass im gesamten Saisonverlauf mindestens 95 Prozent der Gurken unverpackt angeboten werden können.

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