Coronavirus bei Tönnies: 1.553 Infizierte, Werkverträge werden abgeschafft

Von Nilofar Eschborn | Fotos: Unternehmen | Drucken

Die Anzahl der mit dem Coronavirus infizierten Tönnies-Mitarbeiter im Werk Rheda-Wiedenbrück ist auf 1.553 gestiegen. Die Folge: ein Lockdown für Gütersloh. Indes kündigte der Fleischkonzern an, seine Werkverträge abzuschaffen.

Die Anzahl der mit dem Coronavirus infizierten Tönnies-Mitarbeiter im Werk Rheda-Wiedenbrück steigt weiter an. Nach aktuellen Erkenntnissen gebe es 1.553 positive Befunde, insgesamt seien 6.650 Proben genommen worden. Das verkündete Thomas Kuhlbusch, Leiter des Krisenstabes im Kreis Gütersloh, am Montagabend in einer Pressekonferenz.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat daraufhin am heutigen Dienstag einen Lockdown über den gesamten Kreis Gütersloh verhängt. Dieser gilt zunächst bis zum 30. Juni. Damit würde hierzulande erstmals ein Kreis wegen des Corona-Infektionsgeschehens wieder auf die Schutzmaßnahmen zurückgeführt, wie sie im März gegolten hätten.

Tönnies schafft Werkverträge ab

Tönnies reagierte indes mit konkreten Beschlüssen, die die angeprangerten Werkverträge des Fleischkonzerns betreffen. Im Rahmen der sogenannten t30-Nachhaltigkeitsstrategie werden Werkverträge in allen Kernbereichen der Fleischgewinnung, möglichst mit Wirkung zum 1. Januar 2021, abgeschafft. Die betroffenen Mitarbeiter sollen direkt in der Tönnies Unternehmensgruppe eingestellt werden. Zudem will Tönnies zügig einen ausreichenden und angemessenen Wohnraum für die Beschäftigten schaffen und flächendeckend eine digitale Zeiterfassung einführen. „Wir wollen auch in Zukunft in Deutschland Fleisch produzieren. Dafür brauchen wir die gesellschaftliche Akzeptanz“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Clemens Tönnies. „Dies gilt über alle Ketten der Fleischproduktion und schließt ausdrücklich die Landwirtschaft mit ein.“

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