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GfK-Studie: Ein Drittel kann sich üblichen Fleischkonsum nicht mehr leisten

In einer Spezialausgabe des Vion Consumer Monitor (VCM) zum Thema Inflation wird deutlich: Über 30 Prozent können sich ihren gewohnten Fleischkonsum nicht mehr leisten. Regionalität und Tierwohl sind zwar nach wie vor gefragt, aber es wird dafür nicht mehr tiefer in die Tasche gegriffen.

Über 30 Prozent der Verbraucher können sich ihren gewohnten Fleischkonsum nicht mehr leisten. Bild: Vion
Von Alexander Thürer | Fotos: Vion

Die steigenden Lebenshaltungskosten und die Unsicherheit über zukünftige Entwicklungen schlagen sich auf das Kaufverhalten der Deutschen nieder – aktuell rechnen 44 Prozent der Menschen damit, dass sich ihre finanzielle Lage in Zukunft weiter verschlechtern wird. In einer repräsentativen Sonderbefragung der Vion Food Group, durchgeführt von GfK, wurde untersucht, inwieweit sich die anhaltende Inflation im Speziellen auf die Ansichten beim Fleischkauf auswirkt. Die Ergebnisse zeigen: 31 Prozent der Deutschen können sich den gewohnten Fleischkonsum nicht mehr leisten. Dabei sieht die Mehrheit Fleisch weiterhin als unentbehrliche Komponente der Ernährung.

Trend zu weniger und günstigerem Fleisch

Die GfK-Marktdaten zeigen, die Absatzmengen an Fleisch gehen kontinuierlich zurück – eine Entwicklung, die nach dem VCM zur Inflation klar an den Preis geknüpft ist. Knapp ein Viertel der Befragten greift außerdem aufgrund der gestiegenen Preise zu anderen Fleischprodukten wie Hackfleisch und zu anderen Fleischarten, wie beispielweise Schwein und Geflügel. Hier ist ein klarer Bruch zu den Corona-Jahren 2020 und 2021 zu erkennen, in denen Premium-Produkte den Vorzug auf dem heimischen Teller erhielten. Jedoch ist der Zusammenhang zwischen Qualität und Preis bei den Menschen fest verankert: Über 70 Prozent der Haushalte würden für ein besonderes, gutes Stück Fleisch auch mal mehr Geld ausgeben.

Der Preis hat häufig Vorrang vor Qualitätskriterien. Grafik: Vion
Der Preisanstieg wirkt unmittelbar auf das Kaufverhalten. Grafik: Vion
Die Inflation beeinflusst den Fleischkonsum. Fleisch bleibt aber wichtiger Bestandteil der Ernährung. Grafik: Vion

Trend zu weniger und günstigerem Fleisch


Die GfK-Marktdaten zeigen, die Absatzmengen an Fleisch gehen kontinuierlich zurück – eine Entwicklung, die nach dem VCM zur Inflation klar an den Preis geknüpft ist. Knapp ein Viertel der Befragten greift außerdem aufgrund der gestiegenen Preise zu anderen Fleischprodukten wie Hackfleisch und zu anderen Fleischarten, wie beispielweise Schwein und Geflügel. Hier ist ein klarer Bruch zu den Corona-Jahren 2020 und 2021 zu erkennen, in denen Premium-Produkte den Vorzug auf dem heimischen Teller erhielten. Jedoch ist der Zusammenhang zwischen Qualität und Preis bei den Menschen fest verankert: Über 70 Prozent der Haushalte würden für ein besonderes, gutes Stück Fleisch auch mal mehr Geld ausgeben.


Wunsch nach Tierwohl, Transparenz, Regionalität und Nachhaltigkeit vorhanden – Kaufkraft nicht


„Hier haben wir ganz klar einen Interessenskonflikt vor uns. Die Deutschen sprechen sich nach wie vor für die Megatrends beim Fleischkauf aus. Aktuell sticht jedoch der Preis die anderen Argumente und hat klar Vorrang bei der Kaufentscheidung. Insgesamt ist Sparen angesagt in der Hoffnung, weitersteigende Lebenshaltungskosten irgendwie meistern zu können“, so Wilhelm Habres, Director Sales Trade & Marketing Beef von Vion, der den Consumer Monitor (VCM) des Unternehmens seit vielen Jahren verantwortet. Das emotionale Ranking der Megatrends ist nach wie vor unverändert, so ziehen bei freier Wahl 75 Prozent Fleisch aus regionaler Herkunft und 65 Prozent Fleisch aus Tierwohlprogrammen vor. Die Bereitschaft, dafür mehr Geld auszugeben, sinkt jedoch. Bei einer Entscheidung zwischen geringerem Preis und den Qualitätskriterien sprechen die Ergebnisse eine noch deutlichere Sprache: Bei der regionalen Herkunft geben 39 Prozent dem Preis den Vorrang, bei Bio-Qualität sogar 44 Prozent.

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