Hilfsfonds für den Fairen Handel

Von Martina Kausch | Fotos: Unternehmen | Drucken

Zur Unterstützung kleinbäuerlicher, nachhaltig produzierender Betriebe in Entwicklungsländern in der Corona-Krise wird jetzt ein 13-Millionen-Euro-Hilfsprogramm angeschoben.

Zusammen mit seinen Partnern Fairtrade International und dem Forum Fairer Handel investiert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in einen Hilfsfonds über 13 Millionen Euro. Damit sollen nachhaltig produzierende kleinbäuerliche Betriebe in Entwicklungsländern dabei unterstützt werden, in der Corona-Krise Jobs zu erhalten.

Die Initiative sei ein wichtiges Beispiel für eine gelungene Kooperation von zivilgesellschaftlichen Akteuren und dem BMZ, so Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller: „Corona macht deutlich, wie eng wir auf der Welt verbunden und wie verwundbar wir sind. Die Ärmsten in den Entwicklungs- und Schwellenländern brauchen unserer Solidarität – erst recht in Krisenzeiten. Ich bin dankbar, dass es uns gemeinsam mit unseren langjährigen Partnern im Fairen Handel gelungen ist, nachhaltig produzierende kleinbäuerliche Betriebe schnell zu unterstützen.“

Mit dem Zuschussfonds sollen 400.000 Kleinbäuerinnen und -bauern in 24 Ländern des Globalen Südens, die unmittelbar durch die Corona-Pandemie in Schwierigkeiten geraten sind, schnell, unbürokratisch und wirkungsvoll unterstützt werden. Die Soforthilfe wird dabei zunächst zur Linderung der akuten Notlage der Kleinbäuerinnen und -bauern und für Präventionsmaßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Virus eingesetzt. In großem Umfang werden Lebensmittel, Saatgut und Hygieneartikel in ländlichen Regionen verteilt und Aufklärungskampagnen zu Covid-19 über die lokalen Medien lanciert. Gleichzeitig wird durch die Bereitstellung von Ausrüstungsgegenständen und kleineren Maschinen (Gewächshaus-, Mahl-, Schäl-, Röst-, Trocknungs- und Kompostanlagen), die Übernahme von laufenden Betriebskosten und gezielte Beratungsdienstleistungen die Geschäftskontinuität der ProduzentInnen-Organisationen (Bauernkooperativen, Verarbeitungsbetriebe, Exportunternehmen) für fair gehandelte Agrarrohstoffe sichergestellt.

Bereits zu Anfang der Pandemie im April 2020 war absehbar, dass Handelspartner im Globalen Süden Unterstützung benötigen würden. Fehlende soziale Absicherung und unzureichende Strukturen im Gesundheitswesen seien in vielen Ländern Realität. Das stelle Produzentinnen und Produzenten gerade in Krisenzeiten vor existentielle Herausforderungen, heißt es in einer Mitteilung von Fairtrade Deutschland.

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