Rewe Group weitet Angebot an Eiern ohne Kükentöten aus

Von Nilofar Eschborn | Fotos: Unternehmen | Drucken
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    Mit Respeggt-Freiland-Eiern will die Rewe Group dem Kükentöten entgegenwirken.

Männliche Küken gelten oft als unwirtschaftlich, weil sie keine Eier legen und bei der Mast zu wenig Fleisch ansetzen. Die Folge: Jedes Jahr werden allein in Deutschland ca. 45 Millionen davon getötet. Dem will die Rewe Group entgegenwirken und weitet ihr Angebot an Respeggt-Freiland-Eiern aus. Auch Norma setzte zu Beginn des Monats ein Zeichen gegen das Töten von Küken.

Die Rewe Group bietet ab dem 23. September Respeggt-Freiland-Eier in rund 1.350 Rewe- und Penny-Märkten an. Damit will das Unternehmen gegen das millionenfache Töten von männlichen Küken der Legehennenrassen vorgehen. In rund 230 Märkten im Großraum Berlin waren die Eier ohne Kükentöten bereits seit November 2018 erhältlich, nun wird das Angebot auf die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Bremen sowie Teile von NRW, Hessen und Sachsen ausgeweitet.

„Ich freue mich, dass uns unsere Kunden durch ihre Kaufentscheidung auf dem Weg unterstützen, das Töten der männlichen Küken der Legehennenrassen zu beenden“, sagt Bartholomäus Malcherek, Bereichsleiter Frische/Tiefkühlkost, Eigenmarken Einkauf und Entwicklung national/international der Rewe Group. "Besonders freut mich, dass unsere Bruderhahn-Projekte Spitz&Bube bei Rewe und Herzbube bei Penny von der aktuellen Diskussion um das Kükentöten ebenfalls profitieren. Seit dem Start 2016/2017 wurden schon weit mehr als eine Million Bruderhähne aufgezogen“, so Malcherek weiter.

Seleggt-Verfahren gegen Kükenschreddern

Das Kükentöten wird durch ein Verfahren der Seleggt GmbH verhindert, das das Geschlecht des Kükens bereits im Brut-Ei identifiziert. Um den männlichen Küken ihr Schicksal zu ersparen, werden die männlichen sowie die unbefruchteten Eier am neunten von 21 Bruttagen aussortiert, erklärt Seleggt. Dabei handelt es sich um rund 55 Prozent der zuvor in den Brutschrank gelegten Eier. Statt gebrütet zu werden, werden die aussortierten Eier zu einem Ergänzungsfuttermittel, dem Bruteipulver, verarbeitet. So sollen die männlichen Eier einen wirtschaftlichen Mehrwert erhalten.

Aktuell arbeitet Seleggt mit Hochdruck daran, entsprechende Eier-Kapazitäten für die Rewe Group zu schaffen. „Bis Ende des Jahres können wir den Großteil der Rewe- und Penny-Märkte versorgen. Die 100 Prozent-Marke erreichen wir Anfang 2020“, sagt Seleggt-Geschäftsführer Dr. Ludger Breloh. „In Anbetracht der immensen Pionierarbeit, die wir leisten, ist das ein enormer Kraftakt und das Fundament für die sektorale Lösung des Kükentötens.“

Norma setzt auf Aufzucht männlicher Küken

Zuletzt setzte sich auch Norma gegen das Töten männlicher Küken ein. Der Nürnberger Lebensmittel-Discounter erweiterte sein Sortiment in Baden-Württemberg um Eier der „Huhn und Hahn Initiative", die es Landwirten ermöglicht, auch ihre männlichen Küken groß zu ziehen. So kommt das mit dem Verkauf der Eier eingenommene Geld den Junghähnen zugute, die damit ihren eigenen Stall bewohnen und in Freilandhaltung leben können.

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