Bell Food Group erhöht Beteiligung an Mosa Meat

Von Mirko Jeschke | Fotos: Unternehmen | Drucken

Die Schweizer Bell Food Group investiert weitere 5 Millionen Euro in das niederländische Start-up Mosa Meat, um nach eigener Aussage im boomenden Markt für Fleischalternativen eine führende Rolle übernehmen zu können.

Der Schweizer Fleisch- und Convenience-Verarbeiter Bell Food Group erweitert seine Beteiligung an Mosa Meat, einem niederländischen Start-up für kultiviertes Rindfleisch. Die neue Finanzierungsrunde zielt auf die kommerzielle Herstellung und Vermarktung von kultiviertem Rindfleisch ab.

Den Angaben zufolge beteiligt sich die Bell Food Group mit weiteren 5 Millionen Euro an Mosa Meat. Mit der nächsten Finanzierungsrunde sollen die Mittel für den Bau einer industriellen Produktionsanlage beschafft und die Entwicklung sowie die Skalierung der Technologie vorangetrieben werden. Darüber hinaus wird bis 2022 die Zulassung des Produkts in Europa angestrebt. Mosa Meat will das erste Unternehmen sein, das mit einem kultivierten Fleischprodukt auf den europäischen Markt kommt.

Die Bell Food Group hatte sich bereits 2018 mit 2 Millionen Euro an Mosa Meat beteiligt. Sie unterstützt die Entwicklungs- und Forschungsarbeiten mit ihrer Kompetenz und ihrem Know-how als einer der führenden Hersteller und Vermarkter von Fleisch und Charcuterie-Produkten in Europa. Der Konzern verfügt zudem über ein starkes Standbein in der Entwicklung von innovativen Ernährungskonzepten und investiert laufend in neue Produktionstechnologien und Trends für kundenspezifische Lösungen.

Mosa Meat mit Sitz in Maastricht und rund 40 Mitarbeitern hat eine Technologie entwickelt, mit der direkt aus tierischen Zellen kultiviertes Rindfleisch hergestellt werden kann. 2013 präsentierte die Firma den weltweit ersten kultivierten Hamburger. In den letzten Jahren wurden die geplanten wissenschaftlichen Meilensteine erreicht, um die Marktreife zu erlangen. 2021 wird mit der Herstellung in der ersten Pilotproduktionsanlage begonnen werden. Im Verlauf von 2022 wird die erste industrielle Produktionslinie anlaufen und die ersten Produkte werden in kleinem Maßstab in ausgewählten Restaurants in Testmärkten in Europa und möglicherweise auch außerhalb von Europa lanciert. Bis 2025 ist geplant, die erste großvolumige Produktionsanlage in Betrieb zu nehmen.

Gemäß verschiedenen Studien wird der Fleischkonsum weltweit mit rund drei Prozent pro Jahr bis 2030 deutlich ansteigen. Diese Zunahme wird nicht mehr alleine durch die bestehenden Produktionsmethoden nachhaltig gedeckt werden können. Analysten zufolge wird erwartet, dass kultiviertes Fleisch bis 2030 einen Marktanteil von zehn Prozent erreichen kann.

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