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Coronavirus: Einzelhandel schließt, LEH bleibt geöffnet

Um das Infektionsgeschehen mit dem Coronavirus zu verlangsamen, hat die Bundesregierung die Schließung von Geschäften beschlossen. Den LEH betrifft es nicht, die Ausnahmeregelungen gelten für Geschäfte des täglichen Bedarfs.

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Nicht nur die Rewe betont, dass die Versorgung gesichert sei.
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Von Sibylle Menzel | Fotos: Unternehmen

Mit Geschäftsschließungen soll die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel gestern auf einer Pressekonferenz. Für Geschäfte, die den täglichen Bedarf der Bevölkerung sicherstellen, gilt dies nicht.

Wörtlich heißt es: "Ausdrücklich nicht geschlossen werden der Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Friseure, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau-, Garten- und Tierbedarfsmärkte und der Großhandel."

Sonntagsverkaufsverbote sollen bundesweit bis auf weiteres ausgesetzt werden können. Außerdem gelten besondere Maßnahmen für den Zutritt zu den Geschäften: "Eine Öffnung der genannten Einrichtungen erfolgt natürlich unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen."

Das Sonntagsfahrverbot für LKW bleibt weiter gelockert sowie Ausnahmegenehmigungen für Sonntagsarbeit in Logistik und Warendistribution.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat auf seiner Website eine Sonderseite eingerichtet, die branchenspezifische Fragen beantwortet. Sie verweist auch auf Förderinstrumente für Unternehmen, um die Corona-Krise finanziell zu bewältigen. Infos unter: www.einzelhandel.de/coronavirus

Der HDE weist auch darauf hin, dass Mitarbeiter des Lebensmittelhandels die Notbetreuung ihrer Kinder an den mittlerweile bundesweit geschlossenen Schulen und Kitas nutzen können.

Insgesamt werden die Geschäftsschließungen weiter enorme finanzielle Auswirkungen auf den Handel haben. Nach einer Umfrage des Handelsverbands Baden-Württemberg (HBW) klagt mittlerweile die Mehrheit der Händler im Südwesten über Umsatzeinbrüche von 20 bis 50 Prozent. Auch die Kundenfrequenz sei deutlich zurückgegangen.

Der HBW macht sich für ein umfassendes Nothilfe- und Unterstützungsprogramm für den Einzelhandel stark. Dazu gehören neben Liquiditätshilfen, erleichterten Zugang zu Krediten, einen finanziellen Hilfsfonds für von Umsatzeinbußen betroffene Händler auch eine schnelle und unkomplizierte Beantragung von Kurzarbeitergeld.

Um die Strukturen des Handels als Leitbranche der Innenstädte zu erhalten, fordert der Handel auch Steuerstundungen und erweiterte Abschreibemöglichkeiten. Vor allem sei es aber auch wichtig, dass Unternehmen bei Schulden- und Zinstilgung schnelle Hilfe erhalten. Wenn der Umsatz ausbleibe, so der Verband, könnten weder Zinsen noch Tilgungen bedient werden. „Jetzt ist großzügige und vor allem schnelle Hilfe das Gebot der Stunde“, sagt HBW-Hauptgeschäftsführerin Sabine Hagmann.

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Nicht nur die Rewe betont, dass die Versorgung gesichert sei.

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