Heute übernimmt SCP Real - 30 Märkte haben "keine tragfähige Zukunft"

Von Martina Kausch | Fotos: Unternehmen | Drucken

Mit Wirkung zum 25. Juni 2020 ist die Real-Transaktion abgeschlossen. Der russischen SCP Group gehören nun 260 Real-Standorte, die die Metro verkauft. Kaufland und Edeka übernehmen Märkte, Verdi warnt vor Stellenabbau. Die Schwarz-Gruppe rüstet mit real.de digital auf.

Real hat einen neuen Eigentümer. Die SCP Group mit Sitz in Luxemburg hat das stationären Real-Geschäft, das Digitalgeschäft inkl. des Online-Marktplatzes real.de, 80 Immobilien und zu Real gehörenden Gesellschaften übernommen.

Aber das Rennen geht weiter. SCP hat angekündigt, 141 der zuletzt noch rund 270 Real-Märkte an Kaufland und Edeka zu verkaufen, 88 an Kaufland, 53 an Edeka. Unklar ist, was mit den weiteren rund 100 Real-Filialen geschieht, Rewe, Globus und tegut haben Interesse signalisiert. Das Online-Geschäft real.de wird jedenfalls von der Schwarz-Gruppe übernommen und unter gleichem Namen weiter betrieben. Damit bekommt der Online-Handel für das Unternehmen mehr Gewicht. 

Unklar ist, wie es mit dem Personal weitergeht. Alle rund 34.000 Mitarbeiter werden zunächst mit ihren bestehenden Verträgen zu den bestehenden Konditionen von SCP übernommen, wie der Finanzinvestor mitteilte.  Laut Gewerkschaft Verdi will SCP aber keine Beschäftigungssicherung vereinbaren. Damit stehen viele Berschäftigungsverhältnisse auf dem Spiel, zumal rund 30 Märkte wohl geschlossen werden sollen: "Basierend auf der Einschätzung von SCP Retail Investments haben etwa 30 Geschäfte derzeit keine tragfähige Zukunft", so SCP.

Mit der Übernahme von Real durch die SCP und X+Bricks als Immobilienentwickler ist das Ringen um die angeschlagene Kette beendet. Innerhalb des Metro-Konzens schrieb Real rote Zahlen, der Verkauf zog sich deutlich länger hin als erwartet. Letztendlich erhält die Metro für Real 300 Millionen Euro. Künftig will sich die Metro auf das Großhandelsgeschäft konzentrieren.

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