Nach Tönnies-Eklat: Auch Lidl, Kaufland, Wiesenhof und Co verzichten auf Werkverträge

Von Nilofar Eschborn | Fotos: Unternehmen | Drucken

Nach dem Corona-Eklat beim Fleischkonzern Tönnies wollen zahlreiche Player der Branche auf Werkverträge verzichten. Hierzu zählen sowohl Handelsunternehmen wie Lidl und Kaufland als auch Industrieunternehmen wie Wiesenhof.

Die zur Schwarz-Gruppe gehörenden Handelsunternehmen Lidl und Kaufland haben am heutigen Dienstag mit ihren Frischfleisch- sowie Frischgeflügel-Lieferanten vereinbart, ab spätestens Januar 2021 auf Werkverträge mit Dritten in den Kernprozessen Schlachtung, Zerlegung sowie Verpackung zu verzichten. Nach Angaben der Unternehmen wurde dieser Schritt bereits seit einiger Zeit diskutiert, der Corona-Eklat rund um den Fleischkonzern Tönnies habe nun zur konsequenten Umsetzung geführt.

Zu den Lieferanten, die Lidl und Kaufland ihre Unterstützung zugesagt hatten, gehören neben der Tönnies Unternehmensgruppe auch die Westfleisch SCE mbH, Willms Fleisch, Landgeflügel, Heidemark GmbH, Hubers Landhendl GmbH, Plukon Food Group Deutschland, Baumann GmbH, Schiller Fleisch sowie Wiesenhof.

Wiesenhof und Co übernehmen Werkvertragsbeschäftigte

Die PHW-Gruppe, zu der die Marke Wiesenhof gehört, hat daher ebenfalls angekündigt, ihre über Werkverträge beschäftigten Mitarbeiter in den für die Geflügelfleischerzeugung maßgeblichen Bereichen in ein festes Anstellungsverhältnis zu übernehmen. Innerhalb der gesamten PHW-Gruppe seien insgesamt rund 20 Prozent der Mitarbeiter im Rahmen von Werkverträgen beschäftigt. PHW-Vorstandsvorsitzender Peter Wesjohann erklärt: „Wir haben diese Quote in den vergangenen Jahren bereits schrittweise reduziert, waren einer der Erstunterzeichner der Selbstverpflichtung der Fleischwirtschaft, haben viele Veränderungen in dieser Branche maßgeblich vorangetrieben und dokumentieren unsere Nachhaltigkeitsbestrebungen transparent unter anderem über den ZNU-Standard und den gesellschaftlichen Diskurs, den wir mit unseren Stakeholdern führen. Für uns ist die bevorstehende Transformation daher die logische Ableitung aus unserer aktuellen Unternehmensausrichtung und ein weiterer Meilenstein.“

Auch die Unternehmensgruppe Willms will ab Januar 2021 im Kerngeschäft auf Werkverträge verzichten und die Mitarbeiter fest im Unternehmensverbund einstellen. Für die Integration der Mitarbeiter soll in den nächsten Monaten ein Konzept erarbeitet werden. Auch die Zeiterfassung und die Wohnsituation der Mitarbeiter sollen Gegenstand des Konzepts sein.

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