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Studie: Jeder Zweite würde Laborfleisch probieren

An Cultivated Meat, also Fleisch, das aus Zellen in einer Nährlösung heranwächst, wächst das Interesse und die Probierlust. Eine repräsentative Studie der PHW-Gruppe liefert Einzelheiten.

Von Sibylle Menzel | Fotos: Pixabay

Dass Fleisch aus dem Labor kein Nischenthema mehr ist, will die repräsentative Studie der PHW-Gruppe beweisen. Danach haben bereits 60 Prozent der Verbraucher gehört oder gelesen, dass Fleisch inzwischen ohne Schlachtung von Tieren hergestellt werden kann. Mehr als jeder Zweite (54 %) würde das Fleisch auch probieren.

Neugier bei den Jüngeren

Die Jüngeren zeigen sich gegenüber der Innovation an Probierlust deutlich aufgeschlossener: Von den 18- bis 29-Jährigen würden nahezu drei Viertel (74 %) ein solches Produkt verkosten, während es bei den 60- bis 75-Jährigen rund ein Drittel ist (36 %). Flexitarier würden eher (57 %) Cultivated Meat probieren als die Fleischesser (51 %). Und sogar knapp die Hälfte der Veganer/Vegetarier würden Fleisch probieren, das aus Zellen in einer Nährlösung heranwächst.

Laborfleisch darf kosten

Für rund die Hälfte der Kaufinteressenten darf In-vitro-Fleisch einen höheren Preis haben: 47 % wären generell bereit, mehr für solche Produkte zu bezahlen, 18 % sogar den doppelten Preis. Mit steigendem Alter nimmt die Bereitschaft, mehr für ein solches Produkt zu zahlen, ab.

Warum einmal ausprobieren?

38 Prozent treibt vor allem Neugierde, aber auch der Geschmack (29 %). Weitere 16 Prozent geben als Grund an, etwas gegen Tierleid tun zu wollen, für 7 Prozent ist die bessere Klimabilanz das ausschlaggebende Argument. Einfluss auf die benannten Gründe hat zudem die Ernährungsweise: Vegetarier und Veganer gaben im Vergleich zur Gesamtheit der Befragten überdurchschnittlich häufig die Aspekte „weniger Tierleid“ (25 %) und „bessere Klimabilanz“ (15 %) an.

Wenn, dann Hack oder Geschnetzeltes

Gegartes oder frisches Hack aus Cultivated Meat weckt bei den Verbrauchern das größte Interesse: 78 Prozent der Fleischesser und 83 Prozent der Flexitarier geben ihr Interesse daran als „sehr groß“ oder „groß“ an. Dahinter folgen Geschnetzeltes/Fleischstreifen (Fleischesser: 75 %, Flexitarier: 69 %) und mit Burgern ein weiteres Hackprodukt (Fleischesser: 63 %, Flexitarier: 70 %).

Zur repräsentativen Studie: Das Marktforschungsinstitut forsa hat im Auftrag der PHW-Gruppe 1.011 Personen im Alter von 18 bis 75 Jahren in Deutschland im Zeitraum vom 30. März bis 12. April 2021 befragt.

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