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Warenkunde: Frische Pasta, flott und simpel

Schnell und unkompliziert sind sie auf dem Tisch – Die Deutschen lieben Pasta, nicht erst seit Corona. Doch da stieg der Verbrauch noch einmal deutlich an. Was macht die beliebten Teigtaschen aus, besonders die frischen?

Foto: Adobe Stock/Africa Studio
Von Johanna Wies | Fotos: Adobe Stock/Africa Studio

Die Deutschen haben 2021 im Schnitt 200 Gramm Pasta pro Woche verbraucht. Der Konsum steigt hierzulande seit Jahren an – während die deutschen Verbraucher 1990 noch 4,6 Kilogramm Nudeln pro Kopf verzehrt haben, waren es 2010 schon 8,1 Kilogramm und seit 2020 sind es 9,5 Kilogramm (Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft VGMS, 2022).

Hiermit liegen wir im Nudelkonsum europaweit mit an der Spitze. Die Süddeutschen essen die Teigwaren häufiger als die Norddeutschen, Familien sind besonders große Fans, immerhin ist Pasta das Lieblingsgericht der meisten Kinder.

Die Auswahl im Kühlregal wächst

Zunehmend bevorzugen die Verbraucher  Convenience-Produkte, seit Jahren wächst der Markt an schnell zuzubereitenden Fertigteigwaren aus dem Kühlregal. Hochwertige, frische Fertiggerichte wie Nudeln mit ihrer Vielfalt an Zubereitungsmöglichkeiten erfüllen sowohl das Bedürfnis nach Zeitersparnis als auch nach Genuss im hektischen Alltag.

Nudeln gehören damit zu den ältesten Convenience-Produkten der Welt. 418.000 Tonnen Nudeln produzieren die hiesigen Hersteller, knapp die gleiche Menge wird noch einmal aus Italien importiert, hauptsächlich aus Italien. Der Anteil deutscher Nudeln am Gesamtverbrauch beträgt somit knapp 40 Prozent (VGMS, 2022).

Die Basis der meisten Nudelsorten ist Hartweizen. Hierfür vermahlen sieben Hartweizenmühlen in Deutschland zuletzt knapp 450.000 Tonnen Durum, wie Hartweizen auch genannt wird. Neben den klassischen Hartweizennudeln sind die deutschen Hersteller auch für ihre Dinkelnudeln sowie Eierteigwaren bekannt.

Getrocknet oder frisch, mit oder ohne Ei

„Getrocknete Pasta wird aus Hartweizengrieß und Wasser hergestellt, Eierteigwaren enthalten zusätzlich Ei. Aus den Zutaten wird zunächst ein Teig hergestellt. Je nach Nudelart wird dieser durch Schablonen, sogenannte Matrizen, in Form gepresst. Anschließend werden die Nudeln auf mindestens 13 Prozent Restfeuchte getrocknet. Damit sind sie lagerstabil, also sehr lange haltbar“, erklärt Anne-Kristin Barth die Herstellung von Pasta, sie ist zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim VGMS. „Bei der frischen Pasta sind die ersten Schritte in der Herstellung gleich. Hinzukommen dann gegebenenfalls noch die Füllung und auf alle Fälle weitere Schritte zur Haltbarmachung, etwa durch Pasteurisierung. Das Trocknen entfällt hier. Frischteigwaren müssen bis zum Verzehr dauerhaft gekühlt werden.“

Frische Paste sind oft gefüllte Teigwaren, da diese sehr kompliziert zu trocknen wären, sei der Weg über frische Pasta sicherlich der bessere, meint Anne-Kristin Barth. „Wer also Maultaschen, Tortellini oder Ravioli essen möchte, findet im Kühlregal die richtigen Angebote.“ Auch manche ungefüllte Nudel lässt sich als frische Teigware unkomplizierter produzieren.

Selbstgemachte Spätzle beispielsweise sollen möglichst dick und ungleichmäßig sein. Dem kommen frische Spätzle meist näher. Die getrockneten Spätzle sind in der Regel etwas dünner, um sie gleichmäßig trocknen zu können. „Allgemein lässt sich festhalten, dass sich getrocknete Nudeln sehr gut bevorraten lassen, ohne eine energieintensive Kühlung zu benötigen. Geschmacklich gibt es – wie auch bei allen anderen ungefüllten Nudelformen – nach dem Kochen keine nennenswerten Unterschiede“, so Barth.

Ein Grund für ihre gestiegene Popularität: Frische Nudeln benötigen eine etwas kürzere Garzeit, etwa drei bis fünf Minuten. Trockene Nudeln hingegen brauchen etwas länger, in der Regel acht bis 15 Minuten, dafür lässt sich der Al-Dente-Punkt auch individueller einstellen als bei frischen Teigwaren.

Wann gibt es frische, wann „normale“ Pasta?

Im Frischeregal gibt es hauptsächlich gefüllte Teigwaren, klassische füllungsfreie Teigwaren sind hier eher die Ausnahme. Verbraucher verzehren gefüllte Nudeln oft als eigenständiges Hauptgericht ohne große, zusätzliche Komponenten wie Fleisch, Gemüse oder viel Sauce.

„Die Frage ist also, welches Gericht möchte ich verzehren und welche Nudelform passt dazu? Spirelli, Fusilli oder Spaghetti nehmen Saucen besonders gut auf und passen daher gut zu Gerichten mit viel Sauce, etwa Gulasch, Bolognese oder Käse-Sahne-Saucen. Farfalle machen sich hübsch im Nudelsalat, Fädle sind schön dünn und damit typische Suppennudeln. „Normale“ Pasta lässt sich zudem gut bevorraten und ist lange haltbar und damit stets für den spontanen Nudelhunger geeignet“, beschreibt Anne-Kristin Barth. Die meist verkauften Frischenudeln sind derzeit bei Pascal Gerdes, Inhaber von Edeka Gerdes in Moers, „Gnocci und Fettuccine und andere ungefüllte (Ravioli) Nudeln“.

Deutsche Teigwaren zeichnen sich durch eine große Formenvielfalt aus und sind fester Bestandteil vieler regionaler Spezialitäten. Gerade die süddeutsche Küche ist ohne Spätzle und Maultaschen nicht denkbar. Speziell zur Fastenzeit hat das Produkt, das traditionell aus Spinat, Kalbsbrät, Speck, Zwiebeln, Petersilie und eingeweichten Brötchen hergestellt wird, Hochkonjunktur.

Die große Erzählung der von Zisterziensermönchen im Kloster Maulbronn erfundenen Möglichkeit, den Herrgott in der Fastenzeit durch Bedecken des Fleischs mit Nudelteig zu „bescheißen“, entwickelt bei Gourmets wie bei Normalos bis heute Strahlkraft.

Mittlerweile gibt es Hunderte Spezialitäten von Maultaschen, sie werden immer beliebter und erobern auch den Norden der Republik. 2,5 Millionen Maultaschen werden am Tag produziert, auch Vegetarier und Veganer kommen heutzutage auf ihre Kosten, aktuell erscheint eine ganze Palette an neuen veganen Varianten.

Mezzelune
Die halbmondförmigen (mezzelune = Halbmonde) Pasta-Taschen stammen aus Tirol, wo sie Schlutzkrapfen heißen. Sie werden aus einer Mischung aus Roggen- und Weizenmehl hergestellt und traditionell mit Kalbs- oder Rindfleisch oder Kartoffeln gefüllt, es gibt verschiedenste Varianten.
Foto: Adobe Stock/Scisetti_Alfio
Tortellini
Tortellini ist italienisch für „kleiner Kuchen“. Die ringförmige Teigware stammt ursprünglich aus der italineischen Provinz Bologna und ist traditionell gefüllt mit einer Mischung von Schweinefleisch, Parmaschinken, Mortadella, Parmesankäse, Eiern und Muskatnuss.
Foto: Adobe Stock/womue
Maultaschen
Die schwäbische Leibspeise hat mittlerweile ganz Deutschland erobert. Die Klassiker mit Schweinefleischfüllung sind noch immer am beliebtesten, doch auch Vegetarier und neuerdings Veganer kommen dank vieler neuer Varianten auf ihre Kosten.
Foto: Adobe Stock/womue
Tagliatelle
Die mittelbreite Variante von Bandnudeln stammt aus der Region Emilia-Romagna in Italien. Die beliebte Nudel ist mit einer Breite von fünf bis zehn Millimeter etwas breiter als Fettuccine. Sie wird gerne in Nestern verkauft, die schmalere Form wird Taglierini genannt, die schmalste Tagliolini.
Foto: Adobe Stock/Stefano Neri

Tipps für den PoS

Pascal Gerdes, Inhaber von Edeka Gerdes in Moers, hat am Eingang der Pasta-Abteilung in seinem Markt eine Stolpertruhe mit frischer Pasta und hausgemachten Pestos aus dem eigenen Bistro platziert.

Eingerahmt wird die Truhe von Trockenregalen mit ansprechender importierter Ware aus Italien. „Dazu führen wir an der Wand hinter der Abteilung ein Regal, welches entsprechend dekoriert ist und thematisch auf die Abteilung einzahlt.“


 

Bürger
Die neuen Bürger-Maultaschen 2.0 schmecken wie das Original – enthalten aber keine tierischen Inhaltsstoffe, sondern eine rein pflanzliche Füllung aus Weizen- und Erbsenprotein. Foto: Unternehmen
Giovanni Rana
Giovanni Rana aus Italien hat gleich mehrere Carbonara-Varianten im Kühlregal: die Giovanni Rana Ravioli Carbonara (Abb.) und die Giovanni Rana Pfannen-Gnocchi mit Carbonara Füllung. Foto: Unternehmen
Hilcona
Die neue Hilcona Ravioli Vegane Bolognese punktet mit cremiger Füllung auf Erbsenproteinbasis, Karotten, Tomaten, Zwiebeln und Rotwein, gewürzt mit Rosmarin, Oregano und Thymian. Foto: Unternehmen
Steinhaus
Neu im Kühlregal: Mit der cremigen Veganen Sauce mit Edelpilzen in der 150-Gramm-Packung bietet Steinhaus eine frische Sauce, welche Pasta oder andere vegane Gerichte toppt. Foto: Unternehmen

Mehr Infos zu Maultaschen

inklusive Trends, weiteren Tipps für den PoS, Marktforschung und Historisches finden Sie in unserem
Grips&Co-Markentrainer zum Thema Maultaschen.

 

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