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Weniger Zucker und Salz in Fertigprodukten

Die Lebensmittelwirtschaft verzeichnet mit Blick auf die Reduktion von Zucker und Salz in Fertigprodukten erste Erfolge. Das zeigen die Monitoring-Ergebnisse des Max Rubner-Instituts (MRI) zur Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie.

"Zucker"
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Von Nilofar Eschborn | Fotos: Pexels

Frühstückscerealien und Milchprodukte weisen weniger Zucker und Tiefkühlpizzen weniger Salz auf, als sie es 2016 taten. Auch zuckergesüßte Erfrischungsgetränke sind weniger süß als noch 2018. Das zeigen die Monitoring-Ergebnisse des MRI zur entsprechenden Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie, die Bundesernährungsministerin Julia Klöckner am heutigen Mittwoch vorgestellt hat.

Genauer weisen Joghurts mit Kinderoptik 7,4 Prozent weniger Zucker auf als noch 2016. Damit verbunden ist eine Energiereduktion um 18 Prozent. Dennoch haben Joghurts, die in ihrer Aufmachung an Kinder gerichtet sind, immer noch mehr Zucker als nicht an Kinder gerichtete Joghurts. „Da muss die Wirtschaft nachsteuern“, fordert Klöckner. Bei Quark-Produkten für Kinder ist der Zuckergehalt um 18 Prozent und der Energiegehalt um 10 Prozent gesunken. Die größten Reduktionen sind bei fettarmem Quark zu verzeichnen. Hier hat sich der Zuckergehalt fast halbiert, der Energiegehalt ist um 16 Prozent gesunken.

Bei den Frühstückscerealien verzeichnet das MRI, dass Müsli für Kinder zwar weniger Zucker enthält als jenes, welches sich an eine breitere Kundengruppe richtet. Dafür sei es bei Cornflakes genau umgekehrt. Knuspercerealien mit Schokolade weisen im Vergleich zur Basiserhebung 2016 rund 17 Prozent weniger Zucker auf. Mit Blick auf zuckergesüßte Erfrischungsgetränke weisen Energydrinks den höchsten Zuckergehalt auf, gefolgt von Cola, Cola-Mischgetränken, Fruchtsaftgetränken und Limonaden. Bei den an Kinder gerichteten Erfrischungsgetränken ist der Zuckeranteil signifikant um 35 Prozent gesunken. Andere Getränke wiesen hingegen nur eine Reduktion von 0,2 Gramm Zucker pro 100 ml auf. „Da muss mehr Tempo rein“, kommentiert die Ministerin.

Abschließend ist auch bei den untersuchten Tiefkühlpizzen der Salzgehalt gesunken. Zwar weise eine Salami-Pizza ohnehin einen höheren Salzgehalt auf als andere Sorten, aber auch innerhalb der gleichen Sorte gebe es bei Pizza noch große Spannweiten – und entsprechenden Handlungsbedarf.

Klöckner betont Relevanz in Zeiten von Corona

„Rund jeder zweite der Erwachsenen in Deutschland ist übergewichtig. Bei Kindern und Jugendlichen sind es bereits 15 Prozent“, so die Ministerin. Umso wichtiger sei es, dass Fertigprodukte gesünder werden - gerade in einer Zeit, in der nun auch viel mehr zuhause gekocht wird. Die Ergebnisse gehen zwar in eine richtige Richtung, dennoch schließt Klöckner nicht aus, gegebenenfalls gesetzlich nachzusteuern, falls die Zielvereinbarungen nicht erreicht werden.

Lebensmittelverband zeigt sich zuversichtlich

Der Lebensmittelverband Deutschland betont indes, dass das Prinzip der Freiwilligkeit unter den Unternehmen der beteiligten Wirtschaftsverbände durchaus funktioniere. Sie arbeiten ohne staatliche Verordnung daran, die Prozess- und Zielvereinbarungen zur Reduktion von Zucker und Salz umzusetzen. „Wir sind zufrieden mit den ersten Monitoring-Ergebnissen, denn wir dürfen nicht vergessen, dass wir April 2020 haben und die Zielvereinbarungen erst in fünf Jahren vollständig umgesetzt werden sollten“, sagt Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer des Lebensmittelverbands Deutschland.

Zur Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie

Die Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wurde im Dezember 2018 vom Bundeskabinett verabschiedet und hat zum Ziel, den Gehalt von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten bis 2025 deutlich zu reduzieren. Als Vergleichswert dient eine Basiserhebung eines breiten Spektrums von 12.500 Produkten in 2016, 2018 wurden ergänzend zuckergesüßte Erfrischungsgetränke untersucht. Genauere Informationen zu den Zielvereinbarungen finden Sie hier.

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