Initiative Tierwohl-Siegel ab 2021 auf Schweinefleisch

Von Nilofar Eschborn | Fotos: Unternehmen | Drucken
  • "Initiative Tierwohl"

    Das Produktsiegel der Initiative Tierwohl

Ab 2021 können Verbraucher nicht mehr nur bei Geflügel-, sondern auch bei Schweinefleisch anhand des Produktsiegels der Initiative Tierwohl erkennen, ob es aus Ställen teilnehmender Landwirte stammt. Außerdem sollen jährlich rund 30 Millionen Euro in Tierwohl-Maßnahmen der Ferkelerzeuger fließen.

Bisher kennzeichnete das Produktsiegel der Initiative Tierwohl vor allem Geflügelfleisch, das aus Ställen teilnehmender Landwirte stammt. Ab 2021 sollen Verbraucher dieses Siegel auch auf großen Teilen des Schweinefleisch-Sortiments finden. Das verkündete die Initiative Tierwohl am heutigen Donnerstag im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin.

Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl, betonte außerdem, dass ab 2021 wesentlich mehr Tierhalter benötigt werden, die mitmachen, als jetzt. Aktuell verzeichnet die Initiative Marktanteile von rund 70 Prozent bei Geflügel und rund 24 Prozent bei Schwein.

Finanzierung des Tierwohls über den Markt

Finanziert werden soll das Plus an Tierwohl über den Markt. Genauer heißt das: Teilnehmende Schweinemäster erhalten von den Schlachtungsunternehmen zusätzlich zum Marktpreis einen Tierwohlaufpreis von 5,28 Euro pro Mastschwein. Die Schlachtungsunternehmen verhandeln dann mit den Abnehmern, also unter anderem Lebensmittelhändlern, erforderliche Aufschläge für Tierwohlfleisch. Die Preis-Gestaltung in Richtung Verbraucher liege dann in der Verantwortung der jeweiligen Händler, so die Initiative.

„Wir sind zuversichtlich, dass dieses Modell Verbraucherpreise ermöglicht, die sich ein Großteil der Verbraucher leisten kann und wird“, erklärte Hinrichs. „Uns geht es nicht darum Tierwohl so teuer zu machen, dass das ausschließlich Bio-Eliten bezahlen können.“

Das Ziel: Tierwohl von der Geburt des Tieres bis zum Endprodukt

Außerdem kündigt die Initiative an, diese Lieferketten bis zur Ferkelerzeugung zu schließen. Hierfür wird ein Übergangsfonds aufgesetzt, von dem die Tierwohl-Maßnahmen der Ferkelerzeuger finanziert werden. Getragen wird er vom Lebensmitteleinzelhandel mit 2 Cent pro verkauftem Kilogramm Schweinefleisch. Der Fonds wird sich auf ein voraussichtliches Volumen von jährlich ungefähr 30 Millionen Euro belaufen.

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